Johannistag

Wissen Sie, was heute ist?

Nur noch ein halbes Jahr bis Weihnachten. Und ein halbes Jahr von Weihnachten.

Johannistag!

Was ist das für ein Johannes?

Keiner, der sorgfältig Blatt um Blatt beim Schreiben wendet.

Sondern einer, dessen Leben gewaltsam endet.

 

Die orthodoxe Kirche nennt ihn den Vorläufer.

Wir nennen ihn den Täufer.

Ja, er ist ein Vorläufer,

denn er geht Jesus voraus. Von Kindheit an ist ihr Weg eng verbunden.

Ja, er ist der Täufer.

Er hat als erster getauft, man kann sagen, er hat die Taufe erfunden.

 

Dabei rief er die Menschen zur Umkehr: Ändert euer Leben! Geht wieder auf den Wegen Gottes! Lasst das Böse hinter euch.

Und damit allen klar war, dass es Gott ernst mit seiner Botschaft ist: Wenn ihr so weitermacht, werdet ihr alle umkommen!

Er verließ die reiche Stadt, ging in die Wüste, ernährte sich von Wüstenheuschrecken und dem Honig wilder Bienen. Legte die edlen Kleider ab und rief: Lasst euch untertauchen im Fluß Jordan. Und wenn ihr auftaucht, fangt ein neues Leben an.

Eines Tages aber kam einer, den kannte Johannes schon:

Jesus, der Zimmermannssohn.

„Was willst du denn hier?“ fragte Johannes. „Alle haben es doch nötig, umzukehren, sich zu bessern, wieder auf Gottes Wegen zu gehen. Aber du doch nicht! Was soll das also?

Doch Jesus antwortete ihm so: „Die Taufe soll ein Zeichen sein für die, die zu Gott gehören. Und dieses Zeichen will auch ich tragen.“

Da ließ Jesus sich taufen und der Vorläufer gab damit das Staffelholz an ihn weiter.

Als sie aus dem Wasser kamen, hörten die Menschen es wie eine Stimme vom Himmel. Oder war sie nur in ihren Herzen?

„Dies ist mein lieber Sohn, den ich gerne mag!“ - Mein lieber Sohn! So eng gehören nun Gott und Jesus zusammen. Wie ein guter Vater und sein lieber Sohn. Ein Herz und eine Seele!

Vielleicht hast du dich schon gewundert, warum man Jesus immer Sohn Gottes nennt. Von dieser Geschichte her!

Vielleicht hast du dich schon gewundert, warum man Gott einen Vater nennt. Von dieser Geschichte her!

Denn was für Jesus gilt, das gilt durch die Taufe für uns alle:

Durch die Taufe sind wir alle Söhne Gottes, Töchter Gottes, Gottes Kinder.

Durch die Taufe sind wir alle Geschwister.

Nicht nur Geschwister des netten Afrodeutschen nebenan.

Sondern auch der jungen Frau in der Nachbarschaft, die rassistische Sachen loslässt. Geschwister kann man sich nicht aussuchen.

Nur Gott hat sich seine Kinder ausgesucht, ohne uns zu fragen. Aber wenn ich mich genauer anschaue: Gott sei Dank! Nicht nur am Johannistag!

In diesem Sinne grüßt Sie Ihr Pfarrer Bernhard Vocke von der Kreuzkirche in Schweinfurt-Oberndorf!

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