Kommt her zu mir alle!

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Matt 11,28

Diese Woche wurde wieder auf den Straßen demonstriert. Diesmal ging es um das Grundgesetz.  Es geht um den Artikel 3, in dem steht, dass niemand diskriminiert werden darf auf Grund seiner Rasse. Die Tatsache, dass in dem Artikel das Wort „Rasse“ steht, empfindet mancher selbst schon als Rassismus. Das Wort „Rasse“ drückt aus, dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft biologisch gesehen anders wären. Was zu der Haltung führt, dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft auch sozial einen unterschiedlichen Stellenwert haben. 

Ein Gesetz, dass allen Menschen in Deutschland Frieden, Sicherheit, Gleichheit garantieren soll, wird so zur Last. Eine weitere Erschwernis für Mitbürger fremder Herkunft, die häufig Diskriminierung und negativen Vorurteilen ausgesetzt sind. Überlegungen, die wahrscheinlich für die meisten von uns weit weg sind. Doch sie legen den Finger in die Wunde, wie viele Menschen sich in Deutschland aufgrund ihrer Herkunft, ihres Körpers, Geschlechts, Alters, Glaubens, politischen Ansichten nicht angenommen und verstanden fühlen. 

Es ist allzu typisch für uns Menschen, dass wir andere ausgrenzen oder nicht ernstnehmen, weil sie anders sind als wir. Das Wort für diese Woche, sagt Jesus nachdem er sich seinen Frust über die Städte, die seine Predigt nicht angenommen haben, abgelassen hat. Er und sein Wort war anders, als das was andere Rabbiner und Gelehrte über Gott gepredigt hatten. Anfeindungen, aufgrund des „Andersseins“ hat er am eigenen Leib erfahren. Darum war es ihm so wichtig zu den Menschen zu gehen, die mühselig und beladen sind, um diese wiederaufzubauen. Dort, wo man die Haltung spürt, dass man willkommen und angenommen wird, da wird man mit all dem Kummer und den Sorgen, die man mit sich trägt, aufgebaut.

So haben wir als Christen, als Kirche den Auftrag gerade für all die Menschen da zu sein, denen es nicht gut geht. Doch immer weniger Menschen kommen zu uns in die Kirche. Vielleicht merken wir nicht, dass wir Menschen ausschließen? Wenn wir zum Beispiel in Gottesdiensten eine traditionelle Gottesdienst-Sprache sprechen und hochgeistige, theologische Wörter verwenden, Gottesdienstabläufe, die Menschen nicht verstehen können und nicht zu ihren Lebensgewohnheiten passen. Dann ist es umso wichtiger, dass wir in der Kirche Formen, Sprache und Worte so verändern, dass sich Menschen bei uns willkommen fühlen. Damit die „Mühseligen und Beladenen“ gerne zu uns kommen.

Bleiben Sie behütet.

Alles Gute und Gottes Segen
Ihre Pfrin. Sigrid Ullmann
 

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