Alles hat seine Zeit

Mittagsandacht für den 9.5. 20

Alles hat seine Zeit


 

Liebe Zuhörer/innen!

Zur Zeit hat immer noch „Abstand halten“ seine Zeit, und das schon seit Wochen! Wir wissen auch nicht, wie lange noch….Bei manchen liegen die Nerven blank und die Ungeduld wächst.

Was macht dieses „Abstand halten“ mit uns Menschen? So hat mich vor kurzem eine Freundin gefragt. Sehen wir in dem anderen eine Gefahr? – Das ist ja teilweise auch so. „Abstand halten“ aus Rücksicht und Liebe fällt mir oft schwer. Aber aus diesem Grund tue ich es.

Unsicherheit und Angst geht um.- Ich hoffe und bete, dass diese Zeit des „Abstandhaltens“ bald vorbei sein wird, und wir wieder normal miteinander umgehen dürfen und können, ohne uns zu gefährden! Ich hoffe sehr, dass dieser Zustand, wie er zur Zeit ist, wirklich nur eine kurze, begrenzte Zeit ist. Dann können wir einmal sagen: „Alles hat seine Zeit,“ auch die Zeit des „Abstandhalten“ aus Liebe!

Im Buch Prediger, Kapitel 3, wird vieles beschrieben, was seine Zeit hat: Pflanzen, Ausreißen, Weinen,

Lachen, Klagen, Tanzen, Herzen, Suchen, Verlieren, Behalten, Wegwerfen, Schweigen, Reden, Lieben, Hassen, Streiten und Friede.

All das passiert jetzt auch in dieser Coronazeit, aber vielleicht anders als sonst, intensiver oder angespannter.

Für uns ist diese Zeit mit den Ausnahmeregeln neu. Für die einen ist sie sehr arbeitsreich und stressig, für die anderen einsam und bedrückend.

Versuchen Sie doch jeden Tag für sich zu betrachten und das Gute darin zu sehen. Wem begegne ich heute, wem kann ich ein Lächeln oder ein paar Worte schenken?

Für mich gibt es jeden Tag etwas, wofür ich dankbar sein kann: „Alles hat seine Zeit.“

Unser Leben findet jetzt statt und nicht erst nach der Coronakrise. Wenn wir den Augenblick nutzen, ist Vieles möglich!

Manche haben vielleicht die Gelegenheit, etwas zu tun, was sie schon lange einmal in Angriff nehmen wollten. Andere sind gezwungen in der Hektik noch stärker zu entscheiden, was wirklich wichtig ist, was an 1. Stelle stehen soll. Andere haben Zeit, ihr Leben zu überdenken und zu überlegen, was sie ihren Kindern und Enkeln unbedingt noch weitergeben und sagen wollen.

Unser Leben ist eine Reise mit verschiedenen Stationen. Jetzt haben viele Zeit, darüber nachzudenken, was die einzelnen Stationen ihres Lebens bedeuten. Vielleicht haben Sie auch Lust, Bilder zu malen oder etwas aufzuschreiben.

Manches wird uns erst im Nachhinein klar. Manchmal scheint die Sonne in meinem Leben und alles liegt klar vor mir. Manchmal sind Wolken am Himmel, und ich erkenne keinen Sinn. Manchmal muss ich mich durch Stürme und Regen durchkämpfen, um weiter zu kommen. Das ist jetzt gerade der Fall.

Vielleicht ergeht es Ihnen auch so.

Als beruhigend empfinde ich dann die Worte: „Alles hat seine Zeit“!

Und auch in dieser Zeit ist jeder Tag anders, keiner gleicht dem anderen. Das Wetter wechselt, die Menschen, mit denen wir Kontakt haben wechseln (bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger), die Herausforderungen wechseln.

Aber eines steht fest und hält und trägt mich: Gott ist immer da, auch wenn ich ihn nicht immer erkenne. Er ist der Herr der Zeiten und führt uns durch Höhen und Tiefen.

Er hat sogar den Tod überwunden. Das haben wir Ostern gefeiert!

Nun wünsche ich uns allen, dass wir getrost weiterleben in dem Wissen: Alles hat seine Zeit und Gott hält uns in seiner Hand.

Amen

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