Audio-Andacht für Ostersonntag aus Obereisenheim

Bild des Benutzers Ivar Brückner

Glocken Obereisenheim

 

Begrüßung

Mit dem Glockenklang aus Obereisenheim wünsche Ihnen und Euch ein frohes, ein gesegnetes Osterfest 2020! Auch wenn es für uns ein Fest ohne gemeinsamen Gottesdienst in der Kirche ist. Ohne Liturgie. Ohne Abendmahl. Ohne Dabeisein, wenn die Osterkerze in der Kirche entzündet wird.

Der Grund, warum wir Ostern feiern, bleibt davon aber unberührt: Der Tod ist besiegt! Jesus Christus ist von den Toten auferstanden! Gott hat den Tod überwunden und das Leben siegen lassen! Heute feiern wir das Fest des Lebens!

 

Spürt Ihr den Morgen? Morgen des Lebens!

Sonne vertreibt die Schatten der Nacht.

Öffnet die Augen, öffnet die Herzen!

Klage verstummt und Freude erwacht.

Sehr Ihr die Zeichen? Zeichen des Lebens?

Fels ist gewichen, Wege sind frei.

Frauen am Grabe wagen zu hoffen,

trauen dem Engel: Alles wird neu!

Hört Ihr die Worte? Worte des Lebens!

Hört nur, wie Jesus selbst zu uns spricht:

„Ich bleibe bei Euch heute und morgen!“

Geht, sagt es weiter! Fürchtet Euch nicht!

 

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Wir feiern Ostern – das Fest der Auferstehung Jesu - und Grund unserer Hoffnung auf nicht endendes Leben. Wie es im Wochenspruch aus der Offenbarung des Johannes heißt: Christus spricht: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“

Wir feiern Ostern im Namen des Vaters, der das Licht geschaffen hat; im Namen des Sohnes, der das Leben für uns gab und der zu neuem Leben auferstand, der das Licht der Welt und unseres Lebens ist, und im Namen des Heiligen Geistes, der uns mit diesem Licht erleuchtet, frei macht, und uns zu Trägern dieses Lichtes macht. Amen.

 

Sündenbekenntnis

Herr, unser Gott, in uns liegt Gutes und Böses. Vergib, was der Vergebung bedarf und sei uns gnädig.

Gott, Dein Sohn ist auferstanden von den Toten. Fröhlich sollen wir sein, Kraft daraus schöpfen. Wir merken unseren Pessimismus und unsere Zögerlichkeit.- Dein Sohn ist auferstanden von den Toten. Wir sollen das Zeichen des Lebens sein, das er in die Welt gebracht hat. Wir bekennen, dass wir angesichts der Schrecken dieser Zeit zu selten strahlen aus seinem Licht.

Wir brauchen dich und deine Vergebung, barmherziger Gott, damit auch für uns Ostern werden kann. Wir bitten dich: Sei uns gnädig!
Kurze Stille

 

Christus spricht: Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Sein Friede sei und bleibe bei uns. Er hört nicht weg, wenn wir uns an ihn wenden. Er erbarmt sich, gestern, heute und morgen. Er hat sein Licht in die Welt gebracht und verdunkelt sie nicht wieder. Er vergibt uns und schenkt uns Kraft, Boten zu sein für sein Reich. Sein Friede sei und bleibe bei uns. Amen.

 

Psalmlesung

Ich lese Verse aus Psalm 118

Der Herr ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.

Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des Herrn behält den Sieg! Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen. Der Herr züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis. Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke. Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, gestern, heute und in Ewigkeit. Amen.

 

Kyrie / Gloria

Aus der Dunkelheiten unserer Zeit kommen wir zu dir, ewiger Gott, und suchen dein Erbarmen:

Kyrie eleison, Herr erbarme dich!

Kurze Stille

Barmherziger Gott, in der Gemeinschaft Jesu Christi haben wir die Hoffnung, dass du uns nahe bist. Du hast den Tod besiegt, du gibst uns Anteil daran. Wir loben Dich und wir danken dir. Amen.

 

Gebet

Allmächtiger, lebensschaffender Gott, du hast deinen Sohn in die Welt gesandt, um uns zu helfen und zu den Menschen zu machen, die wir gerne wären. Durch Jesu Leben, Tod und Auferstehung wissen wir, dass trotz allen Leids uns nichts trennen kann von deiner ewigen Liebe. Du machst unsere Welt neu, durch die wir unsicher schreiten. Geh uns voran und lass dein Osterlicht leuchten. Das bitten wir, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Osterevangelium

Der Tod Jesu war ein Schock für alle, die ihm nachfolgten. Umso größer war das Entsetzen, als die Frauen das Grab pflegen wollten und es leer fanden. Ich lese aus dem letzten Kapitel des Markusevangeliums:

 

Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben.

Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.

Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?

Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.

Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.

Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.

Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.

Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.

 

Glaubensbekenntnis

Christus ist auferstanden vom Tod. Sein Licht vertreibt das Dunkel der Herzen und der Welt!

Vergewissern wir uns selbst – und ich lade zum Mitsprechen ein…, dass wir daran glauben, wenn wir unser Glaubensbekenntnis sprechen…

 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn; empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinab gestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Predigt

In diesen Tagen beweist die Menschheit, dass das Leben ihr höchstes Gut ist. Überall auf der Erde haben Menschen ihren Alltag grundlegend verändert – für das Leben.

Wohlstand ist nicht mehr das höchste Gut. Wir sind bereit, die Wirtschaft einzuschränken. Wir nehmen sogar ihr Schrumpfen in Kauf, wenn wir dadurch Leben bewahren können.

Wer hätte das gedacht! Nachdem es lange so schien, als würden wir dem Wachstum und dem Wohlstand alles unterordnen.

Spaß und Unterhaltung sind nicht der Sinn des Lebens. Sportereignisse sind abgesagt. Wir verzichten aufs Shoppen. Das gesamte Kulturleben ist heruntergefahren. Online schaffen wir Ersatz, so weit es geht. Wir nehmen Einsamkeit und Langeweile in Kauf – für das Leben.

Einrichtungen der Bildung sind geschlossen. Orte der Geselligkeit sind verwaist. Der Gottesdienst ist in virtuelle Räume verlegt worden.

Verantwortungsträger und Bevölkerung haben entschieden: Wir wollen dem Einsatz für das Leben alles Andere unterordnen.

Erstaunlich. Es gibt ja genügend Gründe, der Menschheit eine solche Entschiedenheit nicht zuzutrauen. Denken wir an das Versagen im Umgang mit der Umwelt: Wirtschaftliche Interessen, Bequemlichkeit und Egoismus verzögern seit Langem das notwendige Umsteuern. Denken wir an die zahllosen Kriege, in denen Leben geopfert wird für egoistische Interessen und größenwahnsinnige Ideen.

Aber in der Corona-Pandemie zeigt die Menschheit, dass sie tatsächlich kämpft für das Leben als ihr höchstes Gut.

Das Wichtigste ist das Leben. Das ist auch die Botschaft des Osterfestes. Paulus zeigt das im 15. Kapitel seines Briefes an die Gemeinde in Korinth. Das Leben ist der Anfang und die Mitte seines Evangeliums: Jesus, der gestorben und begraben war, ist auferstanden. Wenn Jesus nicht auferstanden wäre und lebte, dann wäre unsre Predigt vergeblich. Auch euer Glaube wäre vergeblich. Paulus schreibt:

Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in der für ihn bestimmten Ordnung: als Erstling Christus; danach die Christus angehören, wenn er kommen wird; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er vernichtet hat alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt. Denn er muss herrschen, bis Gott »alle Feinde unter seine Füße gelegt hat« (Psalm 110,1). Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Denn »alles hat er unter seine Füße getan« (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, auf dass Gott sei alles in allem.

 

Am Ostermorgen richtet sich die Aufmerksamkeit auf ein Grab. Auf ein Grab, in das Menschen hinein möchten, aber nicht wissen, wie. So kann man die Situation der Frauen auf dem Weg zum Grab Jesu beschreiben.

Alle Aufmerksamkeit richtet sich auf Gräber und auf das Sterben. So ist unsere Situation Ostern 2020 kurz zu beschreiben. Täglich verfolgen wir die Zahlen der neu Infizierten und der Verstorbenen.

Die Frauen machen sich vor fast 2.000 Jahren auf den Weg zum Grab, obwohl sie gar nicht wissen, wer ihnen den Stein vor dem Grab wegwälzen wird. Sie „fahren auf Sicht“ – wie es momentan heißt. Auch wir fahren nur auf Sicht – wann werden die Einschränkungen gelockert, wann ist das Schlimmste überstanden, wann können wir uns wieder zum Gottesdienst versammeln? Keiner weiß es. Die Frauen haben das Grab vor Augen – können wir im Glauben an die Auferstehung Jesu heute nicht weitersehen, über den eigenen Horizont hinaus?

 

Der Weg der drei Frauen zum Grab Jesu vor fast 2.000 Jahren und die Erlebnisse am Grab – sie werden für sie zu einer existenziellen, lebenswendenden Erfahrung. Das wünsche ich mir auch: Dass das, was die Frauen am Grab erleben und von dem der Evangelist Markus berichtet, für mich, für Sie existenziell, lebenswendend wird, gerade in der heutigen Zeit. Wobei: Das Grab ist offen, der Leichnam fehlt, ein Engel verkündet, dass Jesus auferstanden ist. Doch nicht Freude bricht sich Bahn, sondern Furcht und Entsetzen.

 

Furcht und Entsetzen erleben wir auch in diesen Tagen. Ich brauche die Fakten nicht zu wiederholen; sie sind uns bestens vertraut. Wie damit umgehen? Was kann ich den Angehörigen der Kranken und Verstorbenen sagen? Welche Antwort gibt mir, Ihnen und Euch das heutige Osterfest, die Feier der Auferstehung Jesu?

 

Paulus, der Apostel, widmet das ganze 15. Kapitel seines ersten Briefes an die Korinther dem Thema der Auferstehung. Er beginnt damit, dass er all die benennt, denen der Auferstandene begegnet ist. Denn nicht das leere Grab hat den Glauben an die Auferstehung ins Leben gerufen, sondern die Begegnungen der Menschen mit dem auferstandenen, lebendigen Jesus. Paulus zählt die Zeugen auf. Kann ich ihm und den anderen Zeugen Glauben schenken? Angesichts der Welt mit ihren Schrecken und Schrecklichkeiten? Kann ich an Ostern glauben in karfreitäglicher Zeit?

 

Doch, sage ich. Ich glaube den Worten des Paulus und der anderen Zeugen. Ich glaube ihnen, weil sie mit ihrem Leben für ihre Worte eingestanden sind. Petrus und Paulus und die vielen anderen. Weil ich sehe, was geschehen ist, nachdem die Menschen Jesus begegnet sind. Das beginnt in den Ostererzählungen der anderen Evangelisten schon bei den Frauen am Grab. Ihre Füße beginnen zu laufen, ihre Münder werden nicht mehr still, als sie den anderen ihre Botschaft erzählen. Jesus lebt – nun ist nichts mehr wie zuvor: die lähmende Angst vor dem Tod – wie weggeblasen. Das Leben voller Zuwendung zum Nächsten und zu Gott, das Jesus gelebt hat, es hat doch eine Zukunft. Es bleibt nicht immer als beim Alten, neues Leben ist möglich, neue Wege mitten im alten Leben tun sich auf.

 

Außerdem: Wieso sollte ich gerade in diesen Tagen nicht an die Auferstehung Jesu glauben? Paulus schreibt im heutigen Predigttext viel: über eine „Reihenfolge“ der Auferstehung und über Adam – der entscheidende Satz aber ist: Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.

 

Wieso sollte ich gerade heute nicht an die Auferstehung Jesu und an die Auferstehung der Menschen glauben – in diesen Tagen, in denen der Tod so präsent ist. Doch – zweiter zentraler Gedanke des Paulus in diesem Text – der Tod wird vernichtet. Auch der Tod unserer Lieben, auch der eigene Tod. Das Leben siegt. Jesus verspricht es, Paulus und viele andere bezeugen es.

 

Die Botschaft von Ostern wurde weitergesagt. Die Botschaft breitete sich wie ein Lauffeuer aus. Keiner und keine konnte sie für sich behalten. Immer mehr Menschen wurden von ihr angesteckt: Jesus, der gestorben und begraben war, ist wieder lebendig. Gemeinden entstanden im Namen Jesu Christi. Eine Gemeinschaft, in der Menschen sich gemeinsam auf den Weg machten, um die Osterbotschaft ins Leben kommen zu lassen. Eine Gemeinschaft, die es bis heute gibt und deren Aufgabe sich nicht geändert hat: Sich von Ostern bewegen zu lassen und die Osterbotschaft zu den Menschen zu bringen. Und wenn es nicht von Angesicht zu Angesicht geht, dann eben per E-Mail, Telefon und WhatsApp.

 

Der Auferstandene ist nicht nur Petrus und Paulus und all den anderen begegnet. Auch heute begegnet er Menschen – im Gebet, im Gottesdienst, in welcher Form auch immer er stattfindet, in seinem Wort, in anderen Menschen und immer in der Liebe, die wir einander geben.

 

Sicher bleibt Ostern als Fest für viele eine Zumutung. Ostern mutet mir – Ihnen und Euch - zunächst zu, dorthin zu gehen, wo Trauer herrscht, wo der Tod ist. Wie vor 2000 Jahren. Ostern mutet mir den Blick auf das Kreuz zu. Es wird nicht Ostern ohne Karfreitag. Ostern ist aber auch nicht das Rückgängigmachen des Karfreitags.

Angesicht der Realität des Todes mutet mir Ostern zu, das scheinbar Unmögliche zu glauben. Die ersten Zeuginnen und Zeugen der Auferstehung reagieren mit Fassungslosigkeit und Schrecken: „Tote sind tot.“ Da geht nichts mehr. Doch – es geht noch was: Wenn ich bereit bin zu glauben, dass Gott mehr ist als mein Verstehen; dass er weiter ist als mein Horizont. Gott ist unfassbar. Ostern mutet mir zu, das zu akzeptieren.

Was Ostern mir – Ihnen und Euch – zumutet, traut Gott uns auch zu. Er traut uns zu, den Weg zu gehen zu den Elenden und Trauernden, ihr Leid nicht zu ignorieren. Er traut uns zu, unser Kreuz zu tragen, nicht immer nur den leichten Weg zu nehmen. Er traut uns zu, die Mauern unseres Alltags zu durchbrechen: von der Feindschaft zur Versöhnung, von der Rechthaberei zur Vergebung, vom Egoismus zum Teilen, von der Gleichgültigkeit zur Liebe, von der Bequemlichkeit zum Engagement. Und er traut uns den großen Durchbruch zu: Gegen allen Augenschein an ihn, seine Liebe und lebensschaffende Kraft zu glauben.

 

Vom Osterglauben darf ich mich bewegen und beleben lassen. Auch dann, wenn ich mich nicht österlich fühle, weil ich zu viel gesehen und zu viel erlebt habe. Trotzdem darf ich darauf vertrauen, dass das lebendige Osterfest der Hintergrund ist, vor dem ich lebe. Die Hoffnung, die mich nicht im Stich lässt. Das ist doch allemal genug. Für dieses Osterfest. Und überhaupt. Dass der Auferstandene mit uns geht. In unserem Leben, hier und jetzt. Amen.

 

Fürbittengebet und Vaterunser

Gott unser Vater. Du hast Jesus von der Dunkelheit des Todes befreit und ihm das Licht des Lebens geschenkt.

Lass die Auferweckung Jesu für uns zum ermutigenden Zeichen deiner Liebe werden.
Öffne unsere Augen, dass auch wir den auferstandenen Herrn sehen: als helles Licht in unserem Alltag, im Dunkel unserer Angst.
Lass das Licht der Auferstehung leuchten in unseren offenen Fragen, unseren ungelösten Problemen, gib uns Ausdauer, Gelassenheit und unbeirrbare Hoffnung.

Lass das Licht der Auferstehung leuchten für Menschen, die leiden: die Enttäuschten, die Verzweifelten und die Überforderten.

Lass das Licht der Auferstehung leuchten für die, deren Leben erstarrt in der Krankheit, in der Sorge um ihre Gesundheit und die Gesundheit lieber Menschen und in der Isolation und der Einsamkeit.

Lass das Licht der Auferstehung leuchten für alle, deren Leben unsicher geworden ist, weil ihnen der Arbeitsplatz gekündigt wurde, weil sie nicht wissen, wie alles weitergeht.

Lass das Licht der Auferstehung leuchten für alle, deren Leben erstarrt, weil eine Beziehung endgültig zerbrochen ist, die für ihr Leben wichtig war.

Lass das Licht der Auferstehung leuchten für deine Gemeinde. Wenn wir enttäuscht sind, weil wir uns zurzeit nicht versammeln können, den Glauben und die Hoffnung zu feiern.

Belebe sie und uns alle neu und lass es Ostern werden im Leben.

 

Im Vertrauen, dass Du uns hörst, beten wir, wie Jesus Christus es uns gelehrt hat:

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute,

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Segen

Der Herr segne und behüte uns.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.

Amen.

 

Bleiben Sie, bleibt Ihr Gott befohlen! Ich wünsche Ihnen und Euch ein gesegnetes Osterfest

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

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