Corona und die Krone des Lebens

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Telefonandacht für 12.06.2020

Zu Ihrer 61. Kirchweih an Trinitatis, die Coronaentsprechend sehr mager ausfiel, hat die Dreieinigkeitskirche ihrer Gemeinde einen liebevoll mahnenden Brief geschrieben. Er könnte, denke ich, so ähnlich auch an jede andere Gemeinde gerichtet sein. Ich zitiere daraus: Das ist Corona: das Virus überwinden verlangt Abstand. Eigentlich ist das gegen die Natur von Schöpfung und darin auch des Menschen. Ist nicht alles zur Nähe, Gemeinschaft, Vereinigung bestimmt, dass Neues entstehen kann, Begeisterung, Freude, Heiliger Geist. Dazu gehört der Gottesdienst, der doch gerade von Nähe und Gemeinschaft lebt. Dagegen steht Corona; es heißt so, weil die Virusfamilie wie eine Krone aussieht. Aber sonst hat sie nichts mit dem gemein, was Krone bedeutet. Ich habe in der Bibel nachgesehen, was sie zur Krone – Corona zu sagen hat. Psalm 8 sagt über den Menschen: “Mit Ehre und Schmuck hast du, Gott, ihn gekrönt.“ und Psalm 103 “Gott, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit.“ Das ist Höchstes, Bestes, noch dazu, weil es von Gott kommt – es ist die Krönung. Das Schöpfungslied aus 1. Mose 1 legt es nahe, den Menschen als Krone der Schöpfung Gottes zu sehen, weil Gott wollte, dass der Menschen Liebevolle Mitverantwortung für seine Schöpfung, die Mitwelt übernimmt. Wir wissen, wie viele das immer missbraucht haben, letztlich auch die Verbreitung einer solchen Virusfamilie verursacht haben.

Gott hat allem seinen Platz in der Schöpfung zugewiesen, wie Psalm 104 das so lebhaft beschreibt, doch Menschen bringen nicht nur da diese Weise Ordnung durcheinander.

Gnade und Barmherzigkeit Gottes ist des Menschen Krone. Gnade und Barmherzigkeit an alle weiterzugaben, ist deshalb seine Aufgabe. Stattdessen macht sein Tun die goldene Krone zur Dornenkrone – im tiefsten Sinn des Wortes. Durch sie zeigte Jesus, wohin Missbrauch von Macht und angemaßter Stellung des Menschen immer führen. Ihr sollt Euch, liebe Gemeinde, euch mahnen lassen, bei allem, was sich jetzt in Gemeinde so tut, als Folge der Abstandsregelungen…. Da schmerzt mich manche Haltung einzelner, wenn aus deren Sicht verstehbar. Manche sind wie “untergetaucht“, kommen gar nicht mehr; andere sorgen, so gefällt mir der Gottesdienst nicht. Ich komme erst wieder, wenn die Regelungen alle weg sind. Ich habe kein Gottesdienstgefühl. Ja, das Corona-Virus trennt, entfremdet. Ist wie eine Dornenkrone.

Doch der Mensch, Krone der Schöpfung, hat doch so viele von Gott gegebene Fähigkeiten und gerade auch für Krisenzeiten wie diese. Viele von euch kennen beide Aufforderungen aus der Johannesoffenbarung: “Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“. „Halte, was du hast damit dir niemand deine Krone nehme. “

Johannes schreibt das an zwei Gemeinden Kleinasiens in großer Not und Bedrängnis durch Menschen die sie in ihrem Glauben verunsichern, anfeinden, bedrohen. Die Krone wird zum Symbol für Treue, Bewährung, Geduld, Durchhaltekraft, sich in Not nicht verunsichern zu lassen, den Glauben nicht aufzugeben, einander bei zu stehen; wo nötig, Widerstand zu leisten gegen menschen- und gottverachtende Maßnahmen, selbst den Tod, das Martyrium nicht zu scheuen. Der Lohn dafür ist das Höchste, das Menschen, Christen dafür erhalten können: die Krone des Lebens.

Manches davon passt auch für jetzt. Der Gegner ist nun kein Mensch, der Gemeinden den Tod bringt, aber immerhin Verunsicherung durch Corona, so dass manche sich zurückziehen. Such in der Kirche nicht wohl fühlen, ja auch im Glauben und an Gott unsicher sind, hat Gott doch womöglich das weltweite Durcheinander zugelassen! Doch, so sage ich die Kirche euch, noch mehr die beiden Bibelworte: das ist kein Grund, unsicher ängstlich, untätig zu bleiben. Wir müssen leider mit dem Virus leben, wie mit manchem anderen unangenehmen auch. Und das ist möglich! Manche Erfahrungen habt ihr schon gemacht. Euer Glaube macht euch Mut; rechnet mit dem Heiligen Geist, dem, dem überspringenden Feuerfunken! Viel geht trotz der Regeln. Bleibt als Gemeinde solidarisch, kommt zusammen; denn, wenn viele zuhause bleiben, ist das der Tod einer Gemeinde. Kommt und seht, er geht doch! Lasst dem Heiligen Geist Platz bei euch, denn auch er ist treu und nimmt die Verzagtheit aus euren Herzen. Liebe Gemeinden – haltet was ihr doch alles schon habt, so wird euch niemand eure Krone nehmen. Die Krone des Lebens.

Pfarrerin Eva Loos

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