Der Mensch denkt und Gott lenkt

Der Mensch denkt und Gott lenkt! 

Oder: der Mensch dachte und Gott lachte! 

Ja, so kommt es uns wohl gerade vor… 

Viele Menschen mussten und müssen noch schwere Entscheidungen treffen, Feste und Familienfeiern absagen oder auf unbekannte Zeit verschieben. 

Die große Hochzeit, auf die sich das Brautpaar schon über ein Jahr freut und Vorbereitungen getroffen hat; Einladungen gedruckt und verschickt, Lokal und Essen ausgesucht und bestellt hat, das passende Brautkleid und den Anzug gefunden und maßgeschneidert hat. 

Auch die Konfirmationen in vielen Kirchengemeinden mussten und müssen verschoben werden. 

Ja, so kommt es uns gerade in dieser Corona-Zeit vor: Der Mensch denkt und plant sein Leben… ABER Gott lenkt die Welt und ihre Geschicke; nicht wir. 

So heißt es im Buch der Sprüche im Alten Testament: „Des Menschen Herz plant seinen Weg, doch der Herr lenkt seinen Schritt.“ (Sprüche 16,9) 

In solchen Situationen, wo uns Gott scheinbar einen Strich durch die Rechnung macht, 

und sich unsere Wünsche, Träume und Vorstellungen vom Leben in Rauch auflösen, kommt uns dieser Satz vielleicht auch voller Argwohn über die Lippen: Der Mensch denkt und Gott lenkt! 

Doch dieser Satz ist nicht nur ein hilfloser Aufschrei unserer menschlichen Ohnmacht, dieser Satz ist auch ein Glaubens-Satz. 

Der Mensch denkt und Gott lenkt – bedeutet auch, dass wir uns darauf verlassen können, dass Gott uns – wie ein guter Hirte – wie es in Psalm 23 heißt – an seiner Hand durchs Leben führt und lenkt. 

Wir dürfen uns darauf verlassen, dass Gott einen guten Weg mit uns geht; ein Weg, der nicht immer geradeaus führt, der vielleicht auch so manche Bergetappen oder „finstere Täler“ bereithält. Aber: „Du bist bei mir! Dein Stecken und Stab trösten mich!“ so heißt es dazu in Psalm 23. 

In diesem Vertrauen bekommt der Spruch „Der Mensch denkt und Gott lenkt“ eine neue Bedeutung: Das Wissen und der Glaube, dass wir uns von Gott lenken lassen dürfen, weil wir nie tiefer fallen können, als in seine Hand. 

Auch wenn wir uns vielleicht darüber ärgern, dass unser Wille, nicht Gottes Wille ist, dass die Hochzeit, die Konfirmation, die Taufe, das Fest mit der Familie verschoben werden muss. Der Psalm 23 endet mit den Worten: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar!“ 

Am Ende schreibt der Psalm-Beter des 23. Psalms nicht von seinem Ärger oder Argwohn darüber, dass er es gerne anders gehabt hätte; dass Gott einen anderen Weg für sein Leben hatte, als er es sich gewünscht hätte. 

Er schreibt nichts davon, wo er sich geärgert hat, dass Gott seine Pläne in Rauch aufgehen ließ. Nein! 

Stattdessen schreibt er von seinem Dank an Gott. 

Er schreibt, dass „Gutes und Barmherzigkeit“ sein Leben bestimmt haben – vielleicht auch dort, wo er mühevoll erfahren musste, dass „der Mensch denkt und Gott lenkt“. 

Am Ende hat der Psalm-Beter vielleicht erkannt, was wir in unserem Leben auch immer wieder erkennen: Am Ende musste alles so kommen, wie es kommen sollt – auch so mancher Umweg, so mancher anders gedachten Plan. 

Am Ende hat Gott es GUT werden lassen. 

Es ist eine Lebens-Kunst und Lebens-Aufgabe, gerade in diesen Krisen-Zeiten darauf zu vertrauen, dass Gott es – vielleicht erst ganz am Ende – GUT machen wird. 

Dazu wünsche ich Ihnen viel Kraft und gute Gedanken des Heiligen Geistes – sich fallen zu lassen und voller Vertrauen sagen zu können: Der Mensch denkt und Gott lenkt.

Ihre Pfrin. Corinna Bandorf

Bild von moexx auf Pixabay

alle Online-Andachten

alle Online-Andachten: Klick hier

Die aktuelle Andacht auch telefonisch anhören unter 09721-3701193