Die große Freude, die große Liebe finden

Der spanische Cellist Pablo Casals war einer der berühmtesten und größten Künstler des letzten Jahrhunderts. Er wurde am 29. Dezember 1876 in El Vendrell geboren. Sein Vater, ein Organist, unterrichtete ihn bereits von früher Kindheit an in Gesang, Klavier, Orgel und Komposition. Seine Mutter erkannte sein wahres Talent und ließ ihn mit 11 Jahren Cello erlernen.

Pau Casals beschreibt in seiner Autobiographie, wie seine lebenslange Liebe zu dem Instrument Cello bei einem Konzert in El Vendrell entstanden ist:

„Der Cellist war Josep García, ein Lehrer an der Musikschule Barcelona […] ein schöner Mann […] Seine Gestalt paßte irgendwie zu seinem Instrument. Als ich sein Cello erblickte, war ich fasziniert; noch nie hatte ich so etwas gesehen. Als dann der erste Ton aufklang, war ich vollends überwältigt […] Nie zuvor hatte ich solch einen schönen Ton vernommen. Glanz erfüllte mich. […] Von jener Zeit an […] war ich mit diesem Instrument verheiratet. Für den Rest meines Lebens sollte es mir Freund und Lebensgefährte werden.“[9]

Ein Musiker findet sein Instrument und bleibt ihm ein Leben lang treu.

Noch im Alter von 93 Jahren übte Casals täglich vier bis fünf Stunden Cello. Auf die Frage „Warum?“ antwortete er einmal: „Ich habe den Eindruck, ich mache Fortschritte.“

Weil ich selbst Geige spiele und spüre, dass die Geige zu mir gehört, berühren mich die ehrlichen Worte des berühmten Cellisten.

Vor 2000 Jahren begegneten Menschen dem Rabbi aus Nazareth. Für drei Jahre waren sie mit ihm fast ständig zusammen. In ihnen wuchs die Überzeugung: Ihn wollen wir nie mehr loslassen. Er wurde zur großen Liebe, man könnte auch sagen, zur großen Freude ihres Lebens. Durch ihn fanden sie, was ihr Leben im innersten froh machte.

Lukas erzählt am Schluss seines Evangeliums, wie der auferstandene Christus aus der sichtbaren Welt in die Welt seines himmlischen Vaters zurückkehrt. Man könnte meinen, dass dieser Augenblick für seine Freunde sehr traurig war. Aber das Gegenteil ist der Fall.

Im Lehrtext der Herrnhuter Losungen für heute heißt es:

Die Jünger kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude

und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

Übrigens schreibt Lukas am Beginn seines Evangliums etwas Ähnliches. Er erzählt von den Hirten, denen „große Freude“ verkündet wurden: Sie kehrten wieder zurück zu ihren Schafen, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten.

Was macht Sie froh? Was gibt Ihnen eine Freude, die nicht nur für einen Augenblick da ist, sondern im Leben begleitet?

Für Pablo Casals war es das Cello, das ihn sogar im hohen Alter noch mit Freude erfüllt. Denn sonst hätte er doch nicht täglich viele Stunden gespielt.

Menschen, die im Glauben an Jesus unterwegs sind, gewinnen eine große, bleibende Freude. Sie kennen auch Durststrecken, Zeiten, in denen sie wenig oder gar nichts von großer Freude spüren. Ein Instrument zu spielen und täglich zu üben, macht nicht nur Freude, es ist auch anstrengend und mühsam. Ich hoffe, Sie haben Menschen, von denen Sie sagen können, dass das Zusammensein mit ihnen sie froh macht. Das heißt ja nicht, dass wir täglich mit einem fröhlichen Gesicht durch die Gegend laufen. Wer immer lächelt, trägt eine Maske. Man ärgert sich manchmal auch über die Menschen, die man liebt.

Aber ich glaube, es ist Jesus ein Herzensanliegen, dass wir bei ihm eine Freude, eine Liebe entdecken, die bleibt.

 

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