durch Gottes Geist!

„Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.“ Sach 4,6b

Liebe Gemeinde,

schon vor Corona waren die modernen Sprachmedien wichtig, doch jetzt in Epidemiezeiten haben sie sich als gute Möglichkeit erwiesen zu Hause zu bleiben und doch mit der Außenwelt im Gespräch zu bleiben. Eine Videokonferenz hier, ein Chat dort, E-Mail und SMS. Es geht so schnell: Einfach ein paar Zeilen geschrieben zu einem Thema an alle für alle und schon sind alle informiert und auf dem gleichen Stand.

Doch nicht immer geht es nur um den Austausch von Information. Manche Informationen kann man so mit seinen Mitmenschen teilen, dass eine andere Person, Gruppe, Institution als Idiot(en) oder Verbrecher dastehen. Unter dem Deckmantel der Transparenz, Offenheit, Meinungsfreiheit und Demokratie werden Menschen systematisch aufgehetzt. Die Wahrheit wird so dargestellt, dass sie einem dient und auf Kosten anderer geht. Es ist ein einfache und effektive Kampftaktik, um ein Heer der Wütenden zusammenzustellen, um mit Kraft und Gewalt seine Ziele zu erreichen. So kann man schlechte Stimmung machen in der Gesellschaft, Politik, Arbeit, im Verein, auch in Glaubensgemeinschaft und in unserer Kirche.

Warum missbrauchen Menschen die moderne Kommunikationstechnik und warum springen so viele Menschen auf diese Hetze an? Wahrscheinlich weil sie nicht wissen, wie sie ihre Konflikte

mit Geduld und Sanftmut im Frieden miteinander zu lösen. Und weil man sich nicht anders zu helfen und durchzusetzen weiß, steigt der Ärger, kocht die Wut hoch. Bis es nicht mehr geht. Bis man seine Wut nicht mehr zurück halten kann. Bis das unerfüllte Bedürfnis nach Anerkennung und Gesehen werden so groß wird, dass man kein Mitgefühl mehr für die anderen aufbringen kann. Dann bricht der Sturm (Shitstorm) und das Feuer los. Es ist die Wut der Verzweiflung, die sich nur mit Gewalt durchsetzen kann. Gewalttätigkeiten werden so zu Streicheleinheiten für die eigene Eitelkeit, Stolz und das Geltungsbedürfnis, mit denen wir unser Verhalten rechtfertigen.

Gott lässt uns durch den Propheten Sacharja für diese Woche eine andere Botschaft verkünden. Gottes Geist, der Heilige Geist braucht weder verbale noch physische Gewalt, um sich durchzusetzen. Das Herz, in dem die Liebe zum Herrn brennt, vertraut auf Gottes Kraft der Liebe. Weil sie uns die Gewissheit gibt: Wir haben nicht versagt oder sind gescheitert, wenn wir im Augenblick unsere Ziele noch nicht erreichen. Manchmal ist es ein langer Weg, um andere Menschen mit Freude, Geduld, Mitgefühl, Frieden zu motivieren und zu begeistern. Das wurde wohl auch den Jüngern Jesu bewusst, als Jesus sie verließ und in den Himmel auffuhr. Gottes Liebe der Welt zu verkünden und andere Menschen zu Jüngern Jesu zu machen, dass die Bewegung weiter geht, dass das Reich Gottes immer wieder unter uns von neuem aufbricht – ein mühsamer Weg. Vor allem dann, wenn man unterschiedlicher Meinung darüber ist, wo es lang geht. Aber es hat sich gelohnt, sonst würden wir heute nicht Pfingsten, die Geburt der Kirche feiern. Kirche als Gemeinschaft derjenigen, die den Herrn lieben und diese Liebe in die Welt tragen sollen.

Im geduldigen Umgang mit anderen, aber auch im fair und wertschätzend geführten Konflikt untereinander. Im Gespräch in der Familie und mit Freunden. Im Auseinandersetzen mit anderen Meinungen im Beruf oder im Verein. Mit gesprochenen Worten und Gesten im Gespräch oder Telefonat, genauso wie mit geschriebenen Worten, Smilies und Emojis per Messenger und Mail.

Als Christen ist uns heute die Aufgabe stellt, so mit den Möglichkeiten unserer Zeit, umzugehen, dass ein guter Geister durch die gesprochenen Worte wie durch die getippten Zeilen weht. Damit – sei es analog oder digital – wir im Konflikt untereinander geduldig, liebevoll, sanftmütig miteinander umgehen. Dann werden wir mit diesem Geist nicht nur uns, sondern auch andere Menschen für die Liebe zu Gott begeistern und motivieren.

Bleiben Sie behütet.

Alles Gute und Gottes Segen

Pfrin. Sigrid Ullmann

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