Friedensgebet: Fesseln der Seele fallen

Bild des Benutzers Eva Loos

Liebe Schwestern, liebe Brüder in Jesus Christus, dem Auferstandenen!

Es ist wieder ein Mittwoch – Zeit zum Friedensgebet, jetzt mit Österlicher Liturgie: “Du bist auferstanden, Bruder Christus. Du, das Licht, siegst über alle Finsternis. Du, die Wahrheit, endest allen Wahn. Du, die Liebe, befreist von aller Furcht. Der Stein ist abgewälzt. In Angst und Schwermut Leuchtet dein Licht auf. Fesseln der Seele fallen.“

Vorbei sind sie nicht: die Corona-Krise und alle damit verbundenen Sorgen und Ängste. Aber das Auferstehungslicht durchleuchtet alles. Der Auferstandene befreit von Furcht, so das Fesseln der Seele fallen. Und “wer Ostern Kennt, kann nicht verzweifeln“, so Bonhoeffer

Im Gegenteil, Ostern lässt mich aufstehen, aktiv werden, ermächtigt mich zum “Beten und Tun des Gerechten“, auch Bonhoeffer. Aus dem Beten mit wachen sinnen wächst das Tun: Wunsch, Notwendigkeit, Bereitschaft und vor allem Solidarität, engagiert, praktisch, persönlich, gerne, österlich. Jetzt besonders für Menschen, die durch Corona in finanzielle, wirtschaftliche und dadurch auch seelische Notlagen geraten sind. Wir alle kennen sicher jemanden oder gehören selbst dazu: InhaberInnen kleiner Betriebe, Geschäfte und Läden, von Gaststätten, Cafes, Kinos, Buchhandlungen, im Bildungs- und Kunstbereich, SchaustellerInnen, Einzelkünstler, Musikgeschäfte, Friseure, Freiberufler und viele mehr!

Wir hören, lesen, wissen, dass viele nicht wissen, und ob sie die Corona Krise, trotz staatlicher Hilfen überstehen.

Wann sie öffnen dürfen, wie lange Krise dauert… Viele von ihnen dürfen Bestellungen entgegennehmen, sie liefern oder abholen lassen, manche auch über on-line. Da ist unser aller Solidarität wirklich hilfreich – und viele tun das längst: warum nicht in den Läden, in denen ich sonst auch einkaufe, etwas bestellen: Bücher, Blumen, besondere Lebensmittel, Spielzeug und andere Artikel, direkt oder on-line, statt über Amazon? Warum nicht ab und zu in den Gaststätten oder Cafes, die ich gerne besuche, Essen bestellen für die ganze Familie. Oder Gutscheine für Künftige Geburtstage oder andere Anlässe fürs Theater, Konzerte, Kino, Kleinkunstbühnen besorgen?

Oder auch Menschen am Rande helfen: Spenden für “Schweinfurt hilft Schweinfurt“, die “Tafel“, die Katastrophenhilfe der Diakonie für die Flüchtlingslager in Griechenland und auf Lesbos?

Wenn viele einige, ihnen jeweils bekannten Geschäfte, Läden, Einrichtungen, so unterstützen, ihren eigenen Möglichkeiten entsprechend, dann hilft das schon ganz viel, tröstet, bringt österliches Licht, bewahrt vielleicht auch vor dem Aus, Stärkt das menschliche Miteinander. Ich persönlich finde wer von uns trotz Krise noch ein sicheres Einkommen hat, wer bei Staat oder Kirche arbeitet, und manche andere, auch Pfarrerinnen und Pfarrer sind zuerst gefragt. Es ist m.E. selbstverständlich, einander zu unterstützen, zu teilen. Es ist ja auch ein Gebot, ja Angebot Jesu: “Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ (Gal 6,2). Dann können “Fesseln der Seele fallen“, kann Ostern vor Verzweiflung bewahren langen Atem geben bis in die Zeit nach Corona. Uns allen Wünsche ich, dass wir auch durch unsere Solidarität, Gottes Auferstehungslicht immer sehen können.

Ihre Pfarrerin Eva Loos

alle Online-Andachten

alle Online-Andachten: Klick hier

Die aktuelle Andacht auch telefonisch anhören unter 09721-3701193