Gott sieht tiefer als wir Menschen

Liebe Zuhörer /innen, liebe Leser/innen!

Schon lange liebe ich das Bibelwort aus dem 1. Samuelbuch 16,7: “Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“

Gott sieht unser Herz an! Das finde ich ungeheuer tröstlich, besonders in dieser Zeit. Er weiß, was mich im Innersten beschäftigt, was ich fürchte, hoffe, worüber ich wütend bin, was mich ärgert, was mich freut….

Nach außen hin zeige ich doch oft ein freundliches Gesicht, so dass meine Mitmenschen nicht wissen, wie es mir wirklich geht. Natürlich ist auch ein besonderes Vertrauensverhältnis nötig, damit ich jemanden mein „Herz ausschütten“ kann.

Im Alltag müssen wir oft „funktionieren“.

Ich habe mich gewundert, wie viele Menschen, trotz aller Einschränkungen, Abstand und Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen…,in dieser Coronazeit „funktionieren“.

Sicher gibt es Demonstrationen und Klagen. Ich habe auch schon oft gehört, dass die Masken lästig sind, dass Menschen sogar Pickel im Gesicht bekommen, schwitzen… Und ich habe gehört, dass die Nähe, die Umarmungen fehlen.

Aber im Großen und Ganzen sieht uns niemand etwas an.

Das erstaunt mich schon sehr, weil doch grundlegend menschliche Bedürfnisse einfach nicht erfüllt werden können….

Vor Gott, und natürlich vor Menschen, denen wir ganz nahe stehen, dürfen wir unsere „Maske“ fallen lassen. Gott weiß sowieso, wie es in mir aussieht!- ich darf vor Gott klagen, jammern, schreien und bitten. – Mir hilft das sehr, dass ich vor Gott so sein kann, wie mir gerade zumute ist!

Gott beurteilt meine Gefühle und Gedanken nicht, wie ich selbst es vielleicht manchmal tue.

Vor Gott darf alles sein, wie es gerade ist….Das erleichtert.

Das Leben geht weiter und uns geht es, verglichen mit Entwicklungsländern, bei denen zur Pandemie noch Naturkatastrophen kommen, sehr gut!

Trotzdem spürt fast jeder, dass gerade nicht alles „normal“ läuft.

Wie wäre es, wenn wir einander ein wenig mehr mitteilen, wie es in unseren Herzen aussieht. Es ist ein Risiko, aber auch eine Chance, einander zu stärken.- Ich stelle oft fest, dass es anderen ähnlich geht. Dann weiß ich, dass ich nicht allein dastehe.

Wir beurteilen einander doch oft nach dem Äußeren. Dabei können wir ganz falsch liegen. Vorschnelle Urteile sind gefährlich! –Sicher sagt die Kleidung, die Aufmachung, die Gestik und Körperhaltung einiges aus, aber ins Herz schauen können wir von außen noch lange nicht!

Mir hilft es, wenn ich mir klar mache, dass alle Menschen Gottes Kinder sind, egal ob sie mir sympathisch sind oder nicht.

Deshalb möchte ich mehr und mehr lernen, meine Mitmenschen mit Gottes Augen zu sehen.

Denken wir daran: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“

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