Gottes Signale

Bild des Benutzers Wolfgang Weich

Liebe Zuhörende,

die Geschichte von der Überschwemmung und dem so gottesfürchtigen Pfarrer, die haben Sie bestimmt schon gehört:

Der Pfarrer istvor dem Hochwasser auf den Kirchturm geflüchtet, hält sich am goldenen Hahn fest und betet:
„HERR, lieber Gott, seit Jahren fürchte ich dich und diene dir mit ganzer Kraft. Bitte rette mich.“

  • Da paddelt ein Bauer vorbei: „Springen Sie doch rein ins Boot, Herr Pfarrer!“
    „Nein danke“, ruft DER, „Gott wird mich retten!“

Und betet weiter. Und auch das Wasser steigt.

  • Ein Motorboot vom Technischen Hilfswerk wehrt der Pfarrer genauso ab wie die Strickleiter eines Hubschraubers:
    „Nein danke, Gott wird mich retten!“

Und dann – ertrinkt er. –
Und steht auf einmal vor Gottes Angesicht.
Er spürt einen Mut, wie er ihn nie gekannt hat – und beschwert sich:
„Mein ganzes Leben habe ich mich in deinen Dienst gestellt, Herr, und bis zuletzt auf dich gehofft – aber du lässt mich ertrinken?“
 

Das Wunderbarste ist: GOTT lässt sich zur Rede stellen. Und antwortet:
„Du weißt doch: Niemals hätte ich dich vergessen.
So hab ich dir ein Boot, das THW und sogar einen Hubschrauber geschickt – nur: DU wolltest nicht.“
 

Wie wie ist das denn bei der Klima-Krise?
Manchen Inselbewohnern (weit weg von uns) steht das Wasser schon buchstäblich bis zum Hals, während bei uns ein Dürresommer droht. Nie – seit Menschengedenken –, nie war es so warm bei uns. Frost und Hitze, Trocken- und Regenzeit: Das gerät alles durcheinander.

„Gott wird uns retten!“ - Darum lasst uns beten. Denn das gilt: Gott lässt auch uns nicht allein.


Aber wollen wir wirklich einfach nur warten, wollen wir, dass Gott uns dann am jüngsten Tag erinnert? An so manche Einladungen, die er uns zukommen ließ:

  • Seit Jahrzehnten kennen wir das Reizwort von den „Grenzen des Wachstums“.

  • Wir hören Meteorologen und Klimawissenschaftler, die uns immer eindringlicher davor warnen, so viel Öl und Kohle zu verbrennen. Lieber auf Alternativen zu setzen,
    sich mit weniger zu begnügen.

  • Seit zwei Jahren sind es v.a. Jugendliche, Schülerinnen und Schüler, die diesen Ruf laut machen,
    – aber von so manchen Älteren lieber als Schulschwänzer, denn als Mahner wahrgenommen werden.

„Fridays for Future!“. Auch am heutigen Freitag haben sie wieder zum Klima-Streik aufgerufen – virtuell! – aus Rücksicht,
weil Menschen-Ansammlungen die Corona-Epidemie beschleunigen könnten.

Ach ja, die Corona-Krise haben wir nämlich gerade auch noch.1

Es scheint, wir haben bei ihr einiges verstanden. Wir sind offenbar doch, auf mahnende Stimmen zu hören,
wir sind bereit, uns einzuschränken, Konsum und Wirtschaft nicht über alles zu setzen,
sondern:
Wir wählen lieber das Leben und gegenseitige Fürsorge.

Ja, liebe Zuhörende!
Beten wir, dass Gott uns rettet.
Und achten wir dabei – möglichst jetzt schon – auf Signale, die ER uns schickt.

Aus Rücksicht für andere,
aus Nächstenliebe, die über den Tellerrand schaut,
in weiser Voraussicht für unsere Erde und das Leben auf ihr.
 

Ach, und ganz wichtig:
Am Ende – das glaube ich ganz fest – am Ende werden wir Gerettete sein, vor Gottes Angesicht. Erfüllt von ganz neuem Lebens-Mut.
Da wird Gott auch uns Rede und Antwort stehen.
Uns bestimmt an so manches erinnern. Und willkommen heißen. Amen.
 

Ein gutes Wochenende wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Wolfgang Weich von der Christuskirche Schweinfurt.

1Und seit biblischen Zeiten haben wir die Dauerkrise Ungerechtigkeit, vor deren gefährlichen Folgen Propheten schon immer gewarnt haben.

alle Online-Andachten

alle Online-Andachten: Klick hier