Gottes Wunder an den Menschenkindern

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Liebe Zuhörende,

der Losungstext für den heutigen Montag steht im Psalm 107:

Die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.

Was, habe ich da richtig gehört?

Bedanken sollen wir uns, dass Menschen aus aller Welt zusammen kommen? Das hat doch erst dazu geführt, dass dieses blöde Virus sich bei uns ausbreiten konnte?

Dass wir Abstand halten müssen und Geschäfte schließen, dass Kinder in den Wohnungen beschäftigt werden müssen und alte Menschen noch einsamer werden, dass die Wirtschaft auf Talfahrt geht, und so viele Menschen krank wurden.

Dass wir auf einmal voller Bangen davon hören mussten, wie das Personal in den Krankenhäusern bis zur Erschöpfung arbeitete.

Jeden Tag warten wir ängstlich auf die Krankenstandsmeldungen, denn immer mehr werden positiv getestet.

Obwohl: Stecken da nicht neuerdings gute Nachrichten drin?

Es sind weniger geworden, die sich neu anstecken.

Geschäfte machen wieder auf, sogar vielleicht bald die Schulen, und wir haben nach wie vor genug zu essen und zu trinken, der Müll wird regelmäßig abgeholt.

Wir haben verantwortungsbewusste Persönlichkeiten in Verwaltung und Regierung.

Da sind Pfleger und Ärztinnen, die mit Hingabe Leben retten. Und wir merken, was für einen Schatz wir an der Wissenschaft haben, deren Erkenntnisse uns ganz offenbar gut geleitet haben,

die uns, bei aller Vorsicht und notwendiger Geduld, Hoffnung macht auf neue Heilmittel gegen das Virus.

Es gibt Grund zur Dankbarkeit:

Dafür, dass es Menschen gibt, die sich für das große Ganze und für so viele Einzelne leidenschaftlich einsetzen.

Dass wir alle miteinander uns bemühen und gar nicht mehr so ichbezogen und egoistisch sind, wie ich‘s doch manchmal – von mir selber ausgehend – gedacht hätte.

So dass wir jetzt auch wieder Kraft und Kapazität finden,

an andere zu denken, die unsere Aufmerksamkeit und Hilfe brauchen können:

Weil sie einsam sind oder krank, traurig oder

besorgt, benachteiligt, verzweifelt.

Da ist bestimmt noch jede Menge zu tun.

Danke, HERR, für das Licht am Horizont,

danke, 
dass du uns zusammen bringst und Mut machst

zum gemeinsamen Anpacken, zum Miteinander-Teilen –

und, ja, danke, HERR, für das Wunder des Lebens,

das weit über unser Hier und Jetzt hinausreicht,

zu dem du uns alle einlädst. Amen.

Gott, der Herr segne uns und behüte uns,

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns

und der ganzen Welt Frieden. Amen.

Eine gute Woche und hoffnungsvolle Zuversicht wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Wolfgang Weich von der Christuskirche Schweinfurt.

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