Hoffnung leben

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ ( 1. Petr. 1,3)

Große Worte nimmt der Apostel Petrus in den Mund! Gott hat uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung!

So frisch und neugeboren fühle ich mich zur Zeit nicht unbedingt. Die Tage sind bestimmt vom Warten darauf, wie es weiter geht….Es gibt zwar erste Hoffnungen, aber das Coronavirus wird uns wohl noch eine ganze Zeit begleiten. Grund zum Jubel gibt es in der Hinsicht nicht.

Aber die „lebendige Hoffnung“ von der Petrus spricht, ist zu spüren. Sie ist da!

Wo Menschen miteinander singen, von Balkon zu Balkon, wo Menschen einen lebendigen Austausch durchs Telefonieren oder Skypen erfahren, wo kreative Ideen entstehen.

Ja, überall dort erkenne ich lebendige Hoffnung.

Ich habe in den letzten Wochen verschiedene Stimmen zu den Ausgangsbeschränkungen und zu der Coronakrise gehört:

  1. „ Endlich wird den Menschen einmal klar gemacht, dass nicht alles möglich ist, dass das Wachstum an seine Grenzen kommt, dass es andere Werte gibt als nur die materiellen Dinge!“

  2. „ Ich betrachte diese Zeit als geschenkte Zeit! Durch meine Kurzarbeit habe ich jetzt viel Zeit zum Beten , für mein Verhältnis zu Gott, und ich habe Zeit für meine alte Mutter. Dafür bin ich so dankbar!“

  3. „ Ich wünsche mir, dass nach der Krise nicht alles wieder so wird wie vorher! Ich wünsche mir, dass nicht alles wieder so hektisch und anspruchsvoll wird…..“

Behalten wir doch diese Gedanken im Hinterkopf, wenn wir allmählich wieder zur „Normalität“ zurückkommen.

Die Natur ist wunderschön gerade. Jeden Tag wird es grüner und immer mehr blüht auf. Ich genieße Gottes wunderbare Schöpfung ! Hier zeigt sich das „Wiedergeborenwerden.“

Ich denke, wir Menschen brauchen dieses „Wiedergeborenwerden“ auch immer mal wieder. Damit meine ich neues inneres Erwachen: vertieftes Vertrauen in Gott , neue Kreativität, neue Ideen.

Wenn alles immer nur im gleichen Trott weiter läuft, „erschlaffen“ wir.

Wir Christen leben doch von der Auferstehungshoffnung her. Wir haben gerade Ostern gefeiert, dass der Tod nicht das Ende bedeutet!

In den Osterliedern wird ganz viel „Halleluja“ gesungen, wird Gott ganz viel gelobt.

Ich habe es dieses Jahr wirklich sehr vermisst, dieses „Halleluja“ in einer größeren Gemeinschaft zu singen. Da steckt die Freude noch mehr an.- Aber noch haben wir Osterzeit, noch bis Pfingsten. Jeder kann Osterlieder für sich singen , oder mit jemanden zusammen am Telefon.

Freude ist ein Zeichen von Hoffnung. Strahlen wir diese Hoffnung aus, auch in dieser Krise? Erkennen wir die Hoffnungszeichen?

V6 und V 7 spricht Petrus davon, dass die Christen, denen er schreibt, eine Zeit der Anfechtung und Traurigkeit erleiden werden. Dadurch wird sich aber ihr Glaube bewähren, und dann werden sie sich freuen.

Ja, so eine Bewährungszeit erleben wir wohl auch gerade. Aber Petrus verspricht weiter: „ ihr werdet euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.“

Es gibt also ein Ziel, ein Ziel woraufhin wir hoffen: „der Seelen Seligkeit“. Ich stelle mir vor, dass es da keine Angst, keine innere Unruhe, keine Schmerzen mehr gibt, nur ein Einssein mit Gott.

Wenn ich z.B. die Vögel in der Natur singen höre und alles um mich herum blüht und grünt, dann fühle ich solch einen Moment der „Seelen Seligkeit“. Dann fühle ich mich wiedergeboren zur Hoffnung.

Ich wünsche uns allen ganz viele solche Momente, damit wir diese Krisenzeit gut überstehen.

Und ich hoffe, dass wir viele Menschen mit unserer lebendigen Hoffnung anstecken können.

Amen

alle Online-Andachten

alle Online-Andachten: Klick hier