Ich singe dir mit Herz und Mund

Bild des Benutzers Stefan Stauch

Ein herzliches Grüß Gott aus Sennfeld,

es ist erfreulich zu sehen, wie gut das Angebot unserer geöffneten Kirche angenommen wird. Einheimische wie auch Radfahrer und Wanderer kommen in unsere Dreieinigkeitskirche, um hier zu beten. Den ganzen Tag über sehe nicht nur eine, sondern oft ganz viele Kerzen auf unserem Gebetsleuchter brennen. Eine Frau rief mich gestern an und erzählte mir, wie gut ihr der Besuch in unserer Kirche getan habe. Der Blick auf unsere künstlerisch gestalteten Fenster, die brennende Osterkerze. Sie lobte auch die Musik, die während ihres Besuchs von einer CD lief. „Da erklang gerade mein Lieblingslied, das mir immer wieder neue Kraft gibt.“ Ich fragte nach, welches Lied das denn sei? Sie antwortete: „Ich singe dir mit Herz und Mund!“ Ich selber mag dieses Lied auch sehr gerne. Es stammt von dem Liederdichter und Pfarrer Paul Gerhardt. Im Jahr 1653 hat er es geschrieben. Paul Gerhardt wuchs in einer sehr schweren Zeit, mitten im Dreißigjährigen Krieg, auf. Er hat um sich herum viel Leid und Schmerz gesehen. Und auch nach dem Krieg waren die Zeiten nicht einfach. In diese schweren Jahre hinein schreibt Paul Gerhardt Lieder voller Vertrauen und Glauben. Sie sollen helfen, diese Zeit zu überstehen. Gott wird auch wieder bessere Tage schenken. Das, was jetzt ist, hat nicht das letzte Wort. Irgendwie passen diese Lieder ganz gut in unsere heutige Zeit der Krise. Und das obwohl sie meist ganz viele Strophe haben. „Ich singe dir mit Herz und Mund!“ hat ganze 18 Strophen. Man muss ja nicht alle singen. Schauen wir einmal in zwei Strophen hinein. In die achte etwa: „Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei.“ Wenn wir momentan durch unsere Heimat laufen, können wir von ganzem Herzen in diese Strophe einstimmen. Felder, Gärten, in denen es grünt und in bunten Farben blüht. Auch das andere kann ich unterschreiben, nämlich, dass der gute und verlässliche Gott auch in schweren Zeiten wie diesen treu zu uns steht. Ganz viel Zuversicht gibt mir die 13. Strophe: „Wohlauf, mein Herze sing und spring und habe guten Mut!“ Warum gerade in diesen Zeiten nicht wieder einmal singen oder pfeifen? Die Melodie dieses Liedes. Pfeifen „Ich singe dir mit Herz und Mund!“

Ich bin mir sicher, Ihr kennt noch genügend andere Lieder, die euch Mut und Kraft schenken! „Ins Wasser fällt ein Stein!“

Euer

Pfarrer Stefan Stauch

alle Online-Andachten

alle Online-Andachten: Klick hier

Die aktuelle Andacht auch telefonisch anhören unter 09721-3701193