markierung einer wende

markierung einer wende

1944

1945

krieg
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mai

 

Was Ernst Jandl in seinem Gedicht mit dem hoffnungsvollen Wort Mai markiert, weist auf das Jubiläum heute hin. Heute vor 75 Jahren, am 8. Mai 1945, endet der 2. Weltkrieg zumindest in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht.

Was in diesem Krieg geschehen ist, ist mit normalen menschlichen Maßstäben kaum zu begreifen. Warum sind friedliche Bürger, die kaum einer Fliege etwas zuleide tun könnten, plötzlich bereit zu töten?

Mein Großvater kämpfte in den entsetzlichen Schlachten um Stalingrad mit. Er starb entkräftet auf dem Gefangenentransport weg von dort.

Haben wir daraus gelernt? Oder hat der Philosoph Hegel recht, der meint, das einzige, was man aus der Geschichte lernen kann, ist, „daß Völker und Regierungen niemals etwas aus der Geschichte gelernt und nach Lehren, die aus derselben zu ziehen gewesen wären, gehandelt haben.“

Dabei kann jeder auf das Wort von Jesus hören:

Wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen.

Ist das eine einfache Feststellung oder eine Drohung?

Jedenfalls spricht es zu uns. Heute. Am 75. Jahrestag des Kriegsendes. In den Tagen, in denen man über die Neuanschaffung von F-18-Kampfjets durch die Bundeswehr diskutiert. Der Grund: Dann kann Deutschland im Kriegsfall weiter Zugriff auf Atomwaffen der USA haben. Dann kann Deutschland weiter Atomwaffen einsetzen.

Jetzt ist die Zeit, dieses Konzept der sogenannten „nuklearen Teilhabe“ zu überdenken und zu ändern. Immer noch sind amerikanische Atomwaffen in Deutschland stationiert. Statt Ausbau der deutschen Fähigkeiten für einen Nuklearkrieg ist jetzt ein deutlicher Schritt zur nuklearen Abrüstung nötig

Wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.

Das sagt einer, der kein Schwert bei sich hatte und seinem Freund befiehlt, das Schwert wieder in die Scheide zurückzustecken. Er heilt sogar den Schaden, den dieser angerichtet hat.

Aber es nützt ihm nichts. Er wird verhaftet, verspottet, gefoltert, gekreuzigt.

Ist das nicht der Gegenbeweis gegen alle, die es mit Güte versuchen wollen? Gegen alle, die meinen, man könne friedlich miteinander auskommen? Gegen alle, die sich aus Konflikten heraushalten wollen?

Letzteres auf keinen Fall. Denn Jesus geht dem Konflikt nicht aus dem Weg. Sondern mitten hinein. Und tatsächlich ist er der Beweis dafür: Versuchst du ohne Gewalt auszukommen, wird es keineswegs einfacher für dich selber. Wer nicht Gleiches mit Gleichem heimzahlt, sondern geduldig und freundlich bleibt, steht meist nicht als Held, sondern am Ende oft als scheinbarer Verlierer da.

Wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.

Deswegen: „Markierung einer Wende“, heißt das Gedicht von Ernst Jandl. Machen wir die Wende mit: mit aller Kraft die Versöhnung suchen; auf den zugehen, der nicht auf mich zugeht: Böses ertragen, statt anderen zuzufügen - das bringt die Wendung weg vom Tod ins Leben. Deswegen hat Gott Jesus vom Tod auferweckt. Das ist sein Zeichen: Mein Weg mit Jesus, mein Weg mit dir, mein Weg des Friedens ist nicht zu Ende.

Jesus sagt: Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Machen wir die Wende mit, in unserem persönlichen Leben, im Zusammenleben an unserem Ort, in unserem Land!

Amen.

 

Es grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer Bernhard Vocke aus Schweinfurt-Oberndorf

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