Mensch ärgere dich nicht!

Bild des Benutzers Stefan Stauch

Liebe Hörer,

jeder von uns kennt es. Wir haben es alle schon gespielt: „Mensch ärgere dich nicht!“. Es zählt zu den Klassikern unter den Brettspielen. „Mensch ärgere dich nicht“ verfolgt nur ein Ziel, nämlich die eigenen vier Spielfiguren noch vor denen der anderen ins Haus zu setzen. Das Ganze macht einen Riesenspaß. Zumindest solange bis eine Person oft vom Spielfeld geschmissen wird und deshalb von vorne anfangen muss. Manchmal kann die Stimmung schnell kippen. Ich kann mich noch an so manches Spiel erinnern, bei dem ich immer kurz vor dem Ziel geschmissen wurde. Ich hätte mich ins Knie beißen können. Und dann erinnere mich auch an Spiele, bei denen ich ständig eine sechs nach gewürfelt habe: „Mensch ärgere dich nicht!“ Interessant ist, dass der Titel dieses Spiels einen Bereich unserer Gefühlswelt wiederspiegelt, den wir gerne ausschalten würden, nämlich den Ärger, die Angst. Im Spiel wie auch im täglichen Leben ist es für viele von uns eine große Herausforderung, sich vom Unplanbaren nicht ärgern zu lassen. Momentan ist diese Herausforderung besonders groß. Nichts läuft wie geplant. Sich bloß nicht anstecken. Regeln einhalten. Viele Menschen fürchten sich vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Von einer Minute auf die andere kann in diesen Tagen alles anders sein. Wie lange geht das noch so weiter? In jungen Jahren habe ich beim „Mensch ärgere dich nicht“-Spielen immer die Farbe Blau genommen. Heute würde ich grün nehmen. Grün als Farbe der Hoffnung. Ich sehe in diesen Tagen viele Zeichen der Hoffnung. Menschen rücken zusammen und versuchen sich gegenseitig zu unterstützen. Menschen werden kreativ und wachsen über sich hinaus. Sie gehen neue Wege. Ich bin mir sicher: Die Hoffnung schmeißt in diesen Tagen die Angst und den Ärger aus dem Spiel.

Ihr Pfarrer Stefan Stauch

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