MNSG

Liebe Hörerinnen und Hörer. Neulich, da hab ich sie vergessen, die Schutzmaske. Nach dem Tanken, auf dem Weg zur Eingangstür der Tankstelle, hab ich es gemerkt. Gerade noch rechtzeitig bin ich umgekehrt zum Auto und hab´ mir ein Tuch meiner Frau um das Gesicht gewickelt. So vermummt ging es zum Bezahlen.

Vor ein paar Wochen hätte sich der Angestellte hinter der Theke bei meinem Anblick wohl erschrocken. Vielleicht sogar die Polizei gerufen. Aber in diesen Zeiten…

Sie sind an vielen Orten- die MNSG, die Mund-Nasen-Schutz-Gesichter. Nicht nur in Tankstellen, in den Geschäften, den Kaufhäusern, im Bus, beim Bäcker oder beim Friseur. Auch im Gottesdienst gibt es sie. Die Mund-Nasen-Schutz-Gesichter. „Das ist kein Überfall, Herr Pfarrer. Ich komm nur zum Gottesdienst.“ sagte neulich einer vor der Kirche zu mir.

Anfangs waren sie schon gewöhnungsbedürftig. Fand ich. So mancher Bekannter blieb mir im Geschäft in Bergrheinfeld und Grafenrheinfeld zuerst fremd. Erst auf dem 2. Blick wurde mir manchmal klar, wer sich hinter einer Maske verbirgt. Aber jetzt kennt man sie mittlerweile. Sie gehören dazu. Haben sich etabliert.

Was kann ich über sie sagen, die MNSG ?

Sie bestehen aus dem menschlichen Kopf und einer Zugabe aus Polypropylen-Vlies oder auch Baumwolle. Es gibt die Masken in den verschiedensten Mustern. Im bayerischen Blau-Weiß, fränkischen Rot-Weiß. Ganz schlicht einfarbig in rot, beige, schwarz und grün. Oder mit einem Smiley. Mit einem Gummizug um die Ohren oder zum Zubinden hinter dem Kopf. Ich habe schon viele gesehen. Selbstgemachte und maschinell gefertigte.

Die MNSG. Mund-Nasen-Schutz-Gesichter. Sind an vielen Orten.

Und das aus gutem Grund. Mund-Nasen-Schutz bedeutet ja nicht unbedingt Schutz für sich selbst vor dem Coronavirus. Es sei denn, sie haben eine FFP 2 oder FFP 3 Maske. Mund-Nasen-Schutz bedeutet, sie schützen ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung mit dem Virus.

Der Apostel Paulus schrieb vor fast 2000 Jahren in seinem Brief an die Philipper „Es achte einer den anderen höher als sich selbst.“ P (Philipper 2,3).

Nichts anderes ist das Tragen einer Schutzmaske.

Klar, damals bei Paulus gab´s noch kein Coronavirus. Zumindest berichtet die Bibel nichts davon. Aber Paulus meinte vielleicht das, was auch unserer Gesellschaft gut tut. Rücksicht nehmen. Aufeinander Acht haben. Und das nicht nur, solange es staatlich verordnet ist. Und bei Nichtbeachten empfindliche Strafen drohen.

Rücksicht nehmen. Das wär was für die Zukunft.

Jetzt gibt es viele Menschen, die in Geschäften, im Zug, in Gottesdiensten den Mund –Nasen-Schutz tragen. Sie sind die MNSG.

MNSG- das steht bei manchen Menschen inzwischen auch für Rücksichtnahme, für: Mein neues soziales Gewissen. Gehören Sie auch dazu ?

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