My home is my castle – Gedanken zu Ps 71,3

„Trautes Heim, Glück allein“ „Home sweet home“ „Zuhause ist da, wo die Liebe wohnt“

Solche und ähnliche Sprüche rund um das „Zuhause“ gibt es wie Sand am Meer. Man findet sie auf Postkarten, Wandstickern, Fußmatten, Deko-Elementen und und und. Die meisten sind eher romantischer bis kitschiger Natur, andere haben eine humoristische Note wie „Zuhause ist, wo man weiß, wo die Süßigkeiten versteckt sind“.

Eines haben die Zitate jedoch alle gemeinsam: Zuhause ist ein durchweg positiv besetzter Begriff. Zuhause - ein Ort, an dem ich sicher bin, ich mich geborgen fühle, wo ich mich auskenne, keine Angst haben muss – „Home sweet home“ eben.

Vielleicht kennen Sie auch folgendes englisches Sprichwort: „My home is my castle “ - übersetzt: Mein Zuhause ist meine Burg oder Festung. Das passt wie die Faust aufs Auge zu der heutigen Tageslosung.

In Psalm 71,3 lesen wir: „Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen kann, / der du zugesagt hast, mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.“

Wer hätte gedacht, dass das die Tageslosung und das Thema „Zuhause“ so aktuell und passend für die jetzige Situation sein wird?

Tatsächlich bin ich dankbar für mein Zuhause, meine Wohnung, in der ich lebe. Ich fühle mich dort wohl, aber immer daheim sein ist auch nicht das Wahre, die Ausgangsbeschränkungen einzuhalten ist notwendig und zugleich herausfordernd. Und dann gibt es auch Menschen, die eben kein sicheres Zuhause haben, die diese allein positive und liebevolle Betitelung von Zuhause nicht erleben.

Der Vers aus Psalm 71 erinnert uns daran, dass mit Zuhause eben nicht nur ein Ort gemeint ist. Der Psalmist spricht Gott an und bittet ihn um Schutz und Bewahrung, spricht Gott als „sein Zuhause“ an.

„Zuhause ist kein Ort, sondern ein Gefühl“ heißt es auf einer dieser Postkarten. Ich würde sagen „Zuhause ist nicht allein kein Ort, sondern finde ich auch bei Gott.“

Gott will mein Zuhause sein, will mir Schutz geben - wie eine feste, uneinnehmbare stattliche Burg, eine einladende, nach Kaffee und Kuchen duftende Wohnung, wie ein einbruchsicheres Savehouse aus den Actionfilmen, in das Informanten gebracht werden, wenn man befürchtet, dass Verbrecher sie einschüchtern oder jagen.

Das Schöne ist: Anders als eine Burg, die ich erst Meter um Meter erklimmen muss oder die Wohnung, die immer viel zu schnell dreckig wird - ist Gott immer da, ist er an keine Vier-Wände gebunden.

Seine Türe steht immer für uns offen, mit einem „Herzlich willkommen“-Schild an der Ecke. Und vielleicht duftet es dort auch nach Kaffee und Kuchen oder frisch gewaschener Wäsche?

Auf jeden Fall bin ich mir sicher: Ich bin bei ihm willkommen, bei ihm finden meine Gedanken, Gebete, Fragen und Ängste einen guten, sicheren Ort. Dort darf ich auftanken, mich Zuhause fühlen.

Das macht mir Mut - auch in diesen Tagen.


 

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten, frohen Tag. Home sweet home.

Ihre Maria Aderhold von der Evangelischen Jugend Schweinfurt

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