Singt dem Herrn ein neues Lied!

„Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.“ Ps 98,1

Liebe Gemeinde,

diese Woche wurde der „Lockdown“ wieder ein Stückchen mehr gelockert: mehr Kinder können wieder in die Kindergärten und Schulen gehen, mehr Geschäfte dürfen wieder öffnen, ebenso die Museen und Zoos und Sport ist wieder in Maßen erlaubt.

Doch vieles bleibt noch auf ungewisse Zeit „geschlossen“. Es waren und sind schwere Zeiten für Künstler. Besonders hart betroffen sind alle Künstler der Musik. Alle Konzertsäle, musikalische Veranstaltungen bleiben geschlossen. Die Sänger, die Chöre, Orchester können nicht mehr proben.

Das ist zum einen wirtschaftlich ein Problem, den ein Künstler muss, wie wir alle von etwas leben. Doch was wohl genauso schwer wiegt, ist, dass die Musik wie beim Sport eingeübt, trainiert werden muss. Der Künstler lebt für das Konzert. Er probt und fiebert mit anderen Künstlern auf den nächsten Auftritt hin.

Gesang und Musik sind eine Ausdrucksmöglichkeit der Seele. Dies muss der Künstler mitteilen, seine Kunst vorstellen und präsentieren. Manchmal kann es sehr schwer fallen, seine Gefühle und Gedanken in Worte zu fassen. Gerade dann, wenn diese besonders stark und für einen wichtig sind. Egal, wie man es versucht, die Worte scheinen nur fade und belanglos an der Oberfläche von all dem Tiefen, was man noch zu sagen hätte, zu kleben. Vielleicht hat man den Wunsch diese Gedanken und Gefühle mit anderen zu teilen und kann dies alleine nicht. Deshalb ist es eine schöne Erfahrung gemeinsam mit anderen zusammen zu singen und zu musizieren. Deshalb singen wir in Chören, in Gottesdiensten, auf Feiern miteinander.

Darum geht es in unserem heutigen Schriftwort: „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.“ Wir sollen gemeinsam immer wieder neue Lieder auf Gottes Wunder singen. Als Christen sollen wir wie die Musiker, die Sänger üben und präsentieren. So wie der Künstler an seinem Ausdruck arbeiten muss, dass die Stimme geübt bleibt, dass er seine Gefühle und Gedanken offenbart, dass er sich mit dem Werk des Komponisten auseinandersetzt. So sollen wir uns mit dem Werk Gottes, mit seinen Wundern auseinandersetzen. Nur geht es bei uns weniger um die Stimme als Instrument, sondern mehr um die Stimme des Herzens. Das Herz muss in den schweren, wie in den fröhlichen Zeiten auf all das schöne und großartige gerichtet sein, weil wir sonst verlernen. Und dort, wo uns die Worte fehlen, brauchen wir die Gemeinschaft eines Chores, der uns „mitzieht“. Deshalb fordert uns das Schriftwort auf: Singt zusammen!

Es wird wohl noch ein Stück dauern, bis es wieder Konzert gibt. Bis wir wieder in den Gottesdiensten gemeinsam Gottes Wunder besingen dürfen. Doch wir können für uns singen. Wir können unseren Musikern, unseren Chören und Orchestern „treu bleiben“, für sie beten und sie ermutigen, weiterzumachen. Wenn Cafes, Geschäfte, Schulen zu öffnen und Mannschaften wieder trainieren können, wird es auch Wege geben, dass Musiker wieder gemeinsam Proben und auftreten können.

Bleiben Sie behütet. Alles Gute und Gottes Segen. Pfrin. Sigrid Ullmann

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