Tag der Pflege

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute am 12. Mai ist der Tag der Internationalen Pflege.

Am 12. Mai vor 200 Jahren wurde Florence Nightingale geboren, die als Begründerin der modernen Pflege gilt.

Sie hatte den Blick für die Menschen und verstanden, dass professionelles Wissen um Pflege und Hygiene für die Menschen wichtig sind.

Der Tag der Pflege ist Anlass an alle Menschen zu denken, die in Pflege für andere Menschen tätig sind:

in der Pflege zu Hause, in den Krankenhäusern, Pflegeheimen, Sozialdiensten, in den vielfältigen Einrichtungen, in denen Menschen umsorgt und gepflegt werden.

Seit einigen Jahren wird der Tag der Pflege in der Öffentlichkeit wahrgenommen und in diesen Zeiten hat wohl jede und jeder verstanden, wie wichtig das Umsorgen und Pflegen für Menschen ist, gerade auch die professionelle Pflege.

Wir haben Bilder vor Augen mit Pflegerinnen und Pflegern, die bis zur Erschöpfung arbeiten, sich gesundheitlichen Gefahren aussetzen, die nicht weggelaufen sind, die sich ihrer Verantwortung stellen.

An vielen Orten haben deshalb Menschen den Pflegerinnen und Pflegern aus Dankbarkeit für ihre Arbeit von Herzen Beifall geklatscht.

Pflege geschieht meist eher nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit und findet täglich in den Pflegeeinrichtungen statt.

Auch schon vor der Corona-Krise war Pflege oft ein Knochenjob.

Da sind zu viele Menschen auf einmal zu betreuen, die Zeiten für den einzelnen werden von Pflegeplänen vorgegeben, deren Maxime die Wirtschaftlichkeit sind.

Da sind die Schichtdienste an 365 Tagen im Jahr, die die persönliche Lebensgestaltung der Pflegenden beschränken.

Ach ja, und die Bezahlung, die im gesellschaftlichen Kontext zu anderen Berufen zu wünschen übrig lässt.

Als Altenheimseelsorger weiß ich aus Gespräch mit Pflegerinnen und Pflegern, dass es aber nicht einfach nur die Bezahlung ist.

Natürlich wünschen sich viele mehr Geld, aber auch besonders, weil es in unserer Gesellschaft ein Ausdruck der Anerkennung und Würdigung ist.

Aber die meisten sagen, sie haben diesen Beruf ergriffen, weil es ihnen wichtig ist, für andere da zu sein. Weil es die erfüllenden Begegnungen mit den Menschen sind, die ihrem Beruf einen tiefen Sinn geben.

Ich erinnere mich da an eine Geschichte aus der Bibel, in der ich die Grundhaltung vieler Pflegerinnen und Pfleger wiederfinde.

Rut begleitet ihre Schwiegermutter Noomi in ein fremdes Land in aller Ungewissheit was die Zukunft ihnen bringen wird.

Rut sagt zu ihrer Schwiegermutter Naomi:

„Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. ... Wo du stirbst, da sterbe ich auch, (Ruth Kapitel 1).

Beide Frauen sind Witwen und bilden eine sorgende Gemeinschaft, die Grundlage für alle Pflege:

Solidarität und Verlässlichkeit über einen langen Zeitraum.

Seit vielen Jahre überreicht die Altenheimseelsorge in Bayern Grußkarten an die Pflegenden am Tag der Pflege als einen kleinen Ausdruck der Anerkennung, des Respekts und Dankbarkeit.

In diesem Jahr ist ein Vergissmeinnicht auf der Karte abgebildet.

Die Pflanze Vergissmeinnicht braucht Sorge und Pflege, aber es stecken in ihr auch heilende Kräfte.

Ein Bild für die Aufgabe von uns allen:

Sorge und Pflege für die Pflegerinnen und Pfleger in jeder Hinsicht, auf dass sie ihre heilenden Kräfte für die ihnen anvertrauten Menschen entfalten können.

In all dem sind wir auf einander und auf Gott angewiesen.

Er sagt durch Jesus Christus:

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken und stärken“

So sei der Segen Gottes heute besonders mit Ihnen, den Pflegerinnen und Pflegern.

Amen.

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