Traurig und doch fröhlich

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

haben Sie auch diesem Tag heute entgegengefiebert? Es wird ja bei uns in Deutschland über Lockerung bzw. Abbau bei den Ausgangsbeschränkungen beraten und entschieden werden. Es kann nur schrittweise zurück in den Alltag gehen. Wie wird dieser Weg am besten gelingen? Und was wird heute beschlossen?

Damit rückt auch die Frage näher: Wie wird das Leben nach dem Shutdown überhaupt weitergehen? Wie wird sich unser Leben als einzelne und als Gesellschaft verändern?
Die Erfahrungen der vergangenen Wochen fließen dabei sicher mit ein. Erzwungenes Stillhalten oder geschenkte Stille? Was haben Sie mehr erlebt? Wo bleiben u.U. schmerzhafte Verletzungen, wo gab es schöne und bereichernde Erfahrungen?
Das alles wird in das kommende Leben einfließen.

Der Apostel Paulus schreibt im 2.Korintherbrief (Kapitel 6, Vers 4 und 10). „In allem erweisen wir uns als Diener Gottes; in großer Geduld, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.“

Als der Apostel dies geschrieben hat, hat er nichts von Corona gewusst. Ebenso wenig dachte jemand bei der Aufnahme dieser Verse für den Tag heute in die Herrnhuter Losungen an eine Pandemie.

Aber diese Worte treffen heute: dass wir jetzt Geduld brauchen in dieser Bedrängnis, das ist mehr als deutlich. Wie groß die Not ist, das spüren wir oder werden es noch spüren. Dass diese Krise vielen Menschen auch Angst macht, ist klar.

In alledem erweisen sich Christen als Diener Gottes. So schreibt es der Apostel von sich selbst und seinen Begleitern.
Er und die Seinen sind auch traurig – und doch allezeit fröhlich.
Sie sind arm – und machen doch viele reich.
Sie haben nichts – und haben doch alles.

Wer mit Gott lebt, steht äußerlich nicht besser da als Menschen, die nicht mit Gott leben: Traurigkeit, Armut, nichts haben, Sicherheitsabstand, Ausgangsbeschränkungen, Quarantäne, Kurzarbeit, und, und, und… sind genauso.

Und doch ist da auch das andere: „allezeit fröhlich“, „machen viele reich“, „haben doch alles“.
Dahinter steht etwas, das unschätzbar wertvoll ist. Der Apostel und seine Begleiter sind getragen von einem Leben, das über das Sichtbare, das Materielle hinaus reicht. Sie sind getragen von einem Leben, das sie in ihrem Herzen reich macht – ohne die Unsicherheit durch sinkende Börsenkurse.
Das ist ein Reichtum, der ihn davon schreiben lässt, dass sie nichts haben, und doch alles haben. So können sie den Menschen unheimlich viel Orientierung, Erfüllung und Halt in Leben geben.

Gerade haben wir Ostern gefeiert. Haben Sie mitgesungen? Diese Botschaft: „Jesus lebt! Gott hat den Tod besiegt!“ ist der deutlichste Ausdruck für den Reichtum, den der Apostel meint.
Zwar konnten Gottesdienste zum Fest nur über Medien stattfinden, aber sie fanden statt. Und viele Menschen haben gerade an diesen Feiertagen die Kirchen aufgesucht zum Gebet.
Das alles sind für mich Zeichen dafür, dass Menschen spüren: da ist Leben, das tiefer geht als die Corona-Krise.
Äußere Einschränkungen – ja, aber da ist trotzdem erfülltes Leben.
Die Krise drückt – ja, aber da ist trotzdem Reichtum an Geborgenheit in Gott.
Da ist Unsicherheit – ja, aber da ist trotzdem Hoffnung durch Jesus Christus.

Und ob es schnell geht, bis wir wieder eine Art von Normalität haben, oder ob es länger dauert – als Diener Gottes leben, das können Christen tun:
Fröhlich sein und anderen neuen Mut machen, weil Jesus Christus lebt und weil er immer Grund zur Hoffnung ist.
Viele reich machen durch Zeichen der Mitmenschlichkeit, weil Jesus Christus im Herzen reich macht, weil er Leben schenkt.
Alles haben, weil Jesus Christus täglich neu Kraft gibt, auch in äußeren Widrigkeiten nicht aufzugeben.

Welche Änderungen bei den Ausgangsbeschränkungen auch immer heute beschlossen werden: als Christen können wir Gott dort dienen, wo wir stehen.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Tag!

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