und jetzt?

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

und jetzt?

Jetzt haben wir diese ganzen Tage bis hierher durchlebt,
„trotz allem“ und wie es eben gerade geht mit all den Abstrichen, die man machen muss;
wir sind mit den biblischen Geschichten „mitgegangen“
von Palmsonntag zu Gründonnerstag und dann Karfreitag, Karsamstag, Osternacht, Ostern.
Vom Tod ins Leben.
Aber jetzt? Wie geht’s jetzt weiter mit uns?
Wie lange müssen wir denn jetzt noch warten,
bis das Leben bei uns wieder aufblüht –
bis man wieder normal rausgehen kann,
bis die Sorge vor dem Virus nicht mehr alles lahmlegt
und das Leben endlich wieder in normale Bahnen kommt?

In „normalen Zeiten“ feiern wir am Ostermontag
in St. Johannis und St. Salvator in Schweinfurt Gottesdienst –
aber etwas anders als sonst:
wir treffen uns in der Salvatorkirche
und gehen miteinander über mehrere Stationen nach St. Johannis.
Dort feiern wir dann miteinander Abendmahl,
sehr fröhlich und sehr feierlich.

„Emmausweg“ nennen wir das, weil wir an mehreren Stationen
die Ostergeschichte von den beiden Jüngern hören,
die sich am Ostermorgen von Jerusalem aus
auf den Heimweg in ihr Dorf „Emmaus“ machen -
und da begegnet ihnen auf einmal Jesus.
Sie erkennen ihn zuerst nicht,
wie sollten sie auch, sie haben ihn ja tot und begraben gesehen!;
sie merken nur, wie gut es ihnen tut, ihn in ihrer Nähe zu haben.
Als sie schließlich in Emmaus angekommen sind,
bitten sie ihn, doch noch bei ihnen zu bleiben.
Und da, beim Essen miteinander, da geht ihnen auf, wer er ist:
Jesus. Auferstanden. Wie er gesagt hat.

Und dann - ist er auf einmal nicht mehr da.
Ihn bei sich festhalten – damit doch ja nie Zweifel aufkommt, dass das alles wirklich wahr sein kann! – das können sie nicht.

Und „so ganz alles“ ändert sich mit Ostern dann auch nicht.
Es ist nicht auf einmal alles wieder so, wie es vorher war.
Bei uns ja auch nicht –
so sehr wir uns das vielleicht gerade wünschen.

Aber etwas ist doch anders: Ostern macht Hoffnung.
Gott lässt uns nicht einfach hängen;
er richtet auf und macht neuen Mut und gibt Kraft.
Aufatmen. So haben es die Emmaus-Jünger erlebt.
Dann sind sie aufgesprungen und nach Jerusalem zurückgelaufen,
damit es auch die anderen erfahren: Es ist nicht einfach alles aus!
Gott ist da und macht das Leben neu.

Ich glaube, das ist auch unsere Aufgabe jetzt:
Die Osterbotschaft im Blick behalten.
Dem Leben dienen. Noch Geduld haben.
Uns weiter anderen zuwenden, Briefe schreiben, einkaufen,
Leben bringen.
Den Kopf oben behalten und nach vorne schauen.
Das, was ist und was kommt, miteinander gut gestalten.
Das Leben wird wieder kommen, es ist schon da.
Am Turm der Johanniskirche steht es jetzt übrigens zu lesen.

Einen guten Tag heute. Und eine gesegnete Zeit,
Ihre Pfarrerin Gisela Bruckmann

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