Kirche und Geld

Auf dieser Seite möchte das Dekanat Schweinfurt in loser Folge Informationen über die finanziellen Bedingungen der Kirchengemeinden im Dekanatsbezirk Schweinfurt zur Verfügung stellen. Dabei wollen wir aus der Sicht der Kirchengemeinden berichten. Informationen über die Finanzen der Evang.-Luth. Kirche in Bayern erhalten Kirchensteuerzahler mit ihrem Kirchensteuerbescheid. Im Internet finden Sie das Thema Kirche und Geld auf der Homepage der Landeskirche unter www.bayern-evangelisch.de unter den Buttons Startseite → Wir über uns → Kirche und Geld.

Kirchgeld

Über die Besonderheit des Kirchgelds in Bayern informieren die Kirchengemeinden ihre Mitglieder jährlich mit der „Bitte um das Kirchgeld“. Formell handelt es sich um eine örtliche Kirchensteuer, die die bayernweite Kirchensteuer ergänzt und direkt Ihrer Kirchengemeinde zugute kommt. Dankenswerterweise halten sich viele Mitglieder, die sich ihrer Kirchengemeinde verbunden fühlen, mit diesem formellen Aspekt nicht auf, sondern geben, so viel sie geben mögen. Andere stufen sich nach der Tabelle im Kirchgeldbrief nach ihrem Einkommen ein und zahlen den für sie vorgesehenen Satz. Viele zahlen auch nichts. Dies nehmen die Kirchengemeinden – natürlich mit Bedauern – zur Kenntnis. Manche Kirchengemeinden mahnen ihre Mitglieder, weil wir wissen, dass in unser aller Alltag die ein oder andere Zahlungsaufforderung auch mal liegen bleibt. Vollstreckt wird das Kirchgeld üblicherweise nicht. Der damit verbundene Aufwand wäre für unsere Kirchengemeinden nicht leistbar. Schließlich wollen sich die Kirchengemeinden um Verkündigung, Seelsorge, Gemeindearbeit und Diakonie kümmern. Freilich fehlt das nicht eingenommene Geld an allen Ecken und Enden.

In der Stadt Schweinfurt und in Bergrheinfeld gibt es übrigens eine Besonderheit: Die acht Kirchengemeinden in der Stadt sowie Bergrheinfeld und Niederwerrn sind in der Evangelisch-Lutherischen Gesamtkirchengemeinde zusammen geschlossen. Die Kirchengemeinde Niederwerrn erhebt das Kirchgeld selbst für sich. Die anderen überlassen das der Gesamtkirchengemeinde. Das zusammen eingenommene Kirchgeld wird solidarisch geteilt. Natürlich wird jede Kirchengemeinde über längere Zeit gesehen angemessen berücksichtigt.

Beispiel: Geplantes Kirchgeld 2014 in der Gesamtkirchengemeinde Schweinfurt

Evang.-Luth. Gesamtkirchengemeinde Schweinfurt Planung * Planung *
Geplantes Kirchgeld 2014 Einnahmen € Ausgaben €
     
Erhoffte Einnahmen 60.000,00 € 60.000,00 €
     
Zuschüsse an Dritte und Übergemeindliches    
Projekte des Diakonischen Werks - Ehrenamts-Akademie   500,00
CVJM   3.000,00
EBW   6.905,00
Citykirche   1.000,00
Unterhalt Evangelisches Gemeindehaus   12.000,00
Beschäftigung eines Schwerbehinderten   3.000,00
     
Maßnahmen an Kindergärten    
Dreieinigkeitskirche - Umbau zu Krippengruppe   noch festzulegen *
St. Lukas - St. Lukas I - Neubau - Erweiterung um Krippe   noch festzulegen *
St. Johannis - Generalsanierung mit Außenanlagen   noch festzulegen *
     
Maßnahmen an Kirchen und Gemeindezentren    
Auferstehungskirche - Sanierung Vorplatz und Treppen   5.000,00
     
Maßnahmen an Gemeindehäusern    
noch festzulegen   noch festzulegen *
     
Jugendarbeit    
Auferstehungskirche   1.000,00
Christuskirche   1.000,00
Dreieinigkeitskirche   1.000,00
St. Lukas   1.000,00
     
Kirchenmusik und Projekte    
Nacht der Offenen Kirchen, Kirchenkonzerte etc.   noch festzulegen *
     
vorläufiger Rest *   24.595,00
Zu verteilender Gesamtertrag geplant 60.000,00 € 60.000,00

Bermerkungen

Im Jahr 2013 haben von 13.979 Kirchgeldpflichtigen  2.499 Gemeindeglieder das Kirchgeld bezahlt.
Zusammen haben sie 59.410 € aufgebracht. Das sind 23,77 € im Durchschnitt je Zahler und 4,25 € je Pflichtiger bzw. Pflichtigem.
Von den Pflichtigen haben im Jahr 2013 nur 17,87 % das Kirchgeld bezahlt. In der Tendenz bezahlen immer weniger Pflichtige immer höhere Einzelbeträge, das Gesamtaufkommen bleibt derzeit auf niedrigem Niveau ungefähr gleich.


Demnächst mehr ...

In loser Folge werden wir an dieser Stelle weitere Informationen folgen lassen, insbesondere zu den folgenden Themen:

  • Mit welchem Geld wirtschaften die Kirchengemeinden?
  • Wie sieht der Haushalt einer Kirchengemeinde üblicherweise aus?
  • Wie werden die Mitarbeitenden bezahlt?
  • Muss eine Kirchengemeinde überhaupt bezahlte Mitarbeitende beschäftigen oder könnte die Arbeit nicht von Ehrenamtlichen gemacht werden?  
  • Was geschieht mit dem Klingelbeutel und den Kollekten im Gottesdienst?
  • Warum bitten die Kirchengemeinden ständig um Spenden, obwohl die Gemeindemitglieder Kirchensteuer bezahlen?
  • Wieso wird eigentlich so viel für Baumaßnahmen und Gebäude gesammelt?