Gott erfahren beim Pfannkuchenbacken

Datum: 

18.01.2019

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Einen schönen guten Morgen, liebe Hörer,

einmal beklagten sich die Nonnen, die der großen Theresa von Avila unterstellt waren, dass sie zu wenig Zeit zum Meditieren hätten. Theresa war gerade beim Pfannkuchenbacken. Sie warf einen Pfannkuchen aus der Pfanne in die Höhe, um ihn zu wenden und sagte: „Wer nicht fähig ist, Gott zwischen Hochwerfen und Auffangen eines Pfannkuchens zu erfahren, der erfährt ihn überhaupt nicht.“

Eigentlich haben die Nonnen doch Recht! Der Mensch braucht Auszeiten, in denen er einfach nur dasitzt und über die Welt nachdenkt. Zeiten der Meditation und der Begegnung mit Gott also. Sicher wusste das auch Theresa von Avila. Trotzdem ist das nicht alles. Ich kann nicht immer nur warten, bis ich endlich Zeit finde, um mich zu besinnen und Gott zu begegnen. So könnte es nämlich passieren, dass ein Tag vergeht und nichts passiert ist. Gott ist immer da und überall. Beim Pfannkuchenbacken und beim Putzen. Im Büro und am Fließband. In der Schule oder beim Studium. Das nicht zu vergessen, dazu will uns diese kleine Geschichte von den Nonnen und ihren Pfannkuchen ermuntern.

Egal was sie heute tun oder lassen, Möge Gott ihnen begegnen. Vielleicht durch ein gutes Wort, oder durch ein freundliches Lächeln, vielleicht durch eine helfende Hand. Ich wünsche ihnen, dass sie aus dieser Begegnung viel Freude und Kraft für den weiteren Tag gewinnen.

Ihr Pfarrer Stefan Stauch aus Sennfeld.