Diakon Maik Richter verlässt nach fünf Jahren Bad Kissingen

Bad Kissingen. Nach fünf Jahren Dienst in der Altenheim- und Tourismusseelsorge in der evangelischen Kirchengemeinde Bad Kissingen übernimmt Diakon Maik Richter die Leitung des Brüderhauses der Diakone in Rummelsberg und wird stellvertretender Senior der Gemeinschaft.
Die Gemeinde verabschiedete ihn in einem bewegenden und feierlichen Gottesdienst am Palmsonntag. Für seine letzte Predigt wählte Richter den bekannten Text aus Prediger 3: „Alles hat seine Zeit“. Es sei ein seltsamer Moment, nun zum letzten Mal auf dieser Kanzel zu stehen. Der Text klinge zunächst wie ein Patentrezept: Alles zur rechten Zeit tun, Geduld haben. Wer im Herbst Sommerblumen säe, mache etwas verkehrt.
Doch zugleich enthalte er auch Sätze, die irritieren: „Töten hat seine Zeit“ oder „Hassen hat seine Zeit“. Der Text beschreibe die Wirklichkeit eher, als dass er einfache Antworten gebe. „Die Menschheit weiß, wie es auf der Oberfläche des Mars aussieht – aber schafft es nicht, Essen für alle zu organisieren.“
Am Ende aber stehe kein Resignieren, sondern eine doppelte Perspektive: die Einladung, das Leben zu genießen, und das Vertrauen darauf, dass bei Gott alles auf Ewigkeit hin angelegt ist. „Gott hat den Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt.“
Dekan Oliver Bruckmann stellte den Dienstgedanken in den Mittelpunkt. Schon in der Apostelgeschichte würden sowohl Predigtamt als auch Diakonenamt als „Diakonie“, also Dienst, bezeichnet. „Der Dienst steht in der Gemeinde als Überschrift über allem.“
Dass Richter nach Bad Kissingen kam, sei damals ein Glücksfall gewesen. Alle Stellen der Gemeinde waren vakant, die Sorge groß. Mit ihm kam der erste Bewerber, kurz darauf konnten alle Stellen wieder besetzt werden. Auch das neue Teamkonzept mit klarer Aufgabenteilung habe sich bewährt und könne Modellcharakter für andere Gemeinden haben.
Über die Gemeinde hinaus engagierte sich Richter unter anderem als Beauftragter für die Altenheimseelsorge im Dekanat. Er sei ein hervorragender Netzwerker gewesen, der Kontakte in viele Richtungen aufgebaut habe – besonders auch zur Kurverwaltung.
In einer schwierigen Situation hatte er außerdem den Vorsitz des Fördervereins der Staatsbad-Philharmonie übernommen.
Dekan Bruckmann dankte Maik Richter für seine hervorragende Arbeit und entpflichtete ihn mit einem Segen von seinen Aufgaben.
Die zahlreichen ausgesprochen warmherzigen und freunschaftlichen Grußworte aus Politik und Kirche machten deutlich, wie gut Richter in Bad Kissingen vernetzt war – vom Oberbürgermeister über die Kurverwaltung bis in die Ökumene und die Kollegenschaft vor Ort.
„Es ging ihm immer um die anderen, nicht um sich selbst“, sagte Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel. Kirchenrat Karsten Schaller aus dem Landeskirchenamt bezeichnete ihn – in Anspielung auf die Kurstadt – als „wandelnde Heilquelle“. Vieles habe man gemeinsam auf den Weg gebracht, etwa Fortbildungen im Bereich Tourismusseelsorge.
Viele Gäste nutzten anschließend die Gelegenheit, bei einem Stehempfang noch einmal persönlich Abschied zu nehmen.



























































