Über 250 Mitwirkende machten das Konzert im Max-Littmann-Saal zu einem beeindruckenden Erlebnis

Mit einem in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Konzert wurden die Bayerischen Evangelischen Kirchenmusiktage 2026 in Bad Kissingen eröffnet: Im prachtvollen Max-Littmann-Saal im Regentenbau, oft als einer der besten Konzertsäle weltweit benannt, brachten über 250 Mitwirkende die Sinfonie-Cantate Lobgesang (op. 52) von Felix Mendelssohn Bartholdy unter der Leitung von KMD Jörg Wöltche zur Aufführung.
Schon der erste Eindruck ließ die Dimension dieses Projekts erahnen: Selbst die erweiterte Bühne reichte nicht aus. Teile des Chores waren auf den Emporen rechts und links platziert – der gesamte Saal wurde so zum Klangraum in alle Richtungen. Ein beeindruckendes Bild und ein Klang, der den Raum vollständig erfüllte.
Was das Publikum erlebte, war weit mehr als ein Konzert. Es war das Ergebnis intensiver gemeinsamer Arbeit: Das Bayerische Amateurorchester hatte sich in einer konzentrierten Probenwoche in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg vorbereitet. Die beteiligten Chöre – darunter der Würzburger Oratorienchor, die Kantorei Bad Neustadt sowie der Singalong-Chor des Verbands Singen in der Kirche – hatten zuvor eigenständig geprobt und fanden erst zur gemeinsamen Hauptprobe zusammen. Viele Stimmen, viele Wege – und am Ende ein gemeinsamer, erstaunlich geschlossener Klang.
Der „Lobgesang“ selbst ist ein ungewöhnliches Werk: Auf eine dreisätzige Sinfonia folgt der Kantatenteil, der im großen Schlusschor „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“ das Eingangsmotiv wieder aufgreift. Diese Anlage wurde vom Ensemble klar und überzeugend zur Entfaltung gebracht. Der große Chor klang kraftvoll und zugleich differenziert, das Orchester trug und gestaltete, die Solistinnen und Solisten – Cornelia Götz, Nelli Wolf-Villareal und Lars Tappert – setzten prägnante Akzente.
Die intensive Vorbereitung zahlte sich aus: Trotz der Größe wirkte das Zusammenspiel bemerkenswert präzise und getragen von einer gemeinsamen musikalischen Idee. Hier wurde nicht nur musiziert, sondern gestaltet.
Am Ende stand großer, anhaltender Applaus – und stehende Ovationen, die nicht nur der musikalischen Leistung galten, sondern auch der Begeisterung und Ausdauer aller Beteiligten.
Ein eindrucksvoller Auftakt der Kirchenmusiktage und ein sichtbarer Erfolg der Zusammenarbeit zwischen der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Bad Kissingen, dem Landesverband Bayerischer Liebhaberorchester (LBLO), dem Verband SINGEN IN DER KIRCHE e.V., dem Würzburger Oratorienchor (WOC), der Kantorei Bad Neustadt sowie den verantwortlichen Chorleitungen (Matthias Göttemann und KMD Karin Riegler).
Kirchenmusik in ihrer besten Form!














