Berichte aus dem Dekanat

„Da geht mir das Herz auf“

Pfarrerin Christhild Grafe wurde in ihre neue Pfarrstelle in Gochsheim eingeführt

Bild des Benutzers Heiko Kuschel

Gochsheim. Eine alte Bekannte kommt zurück: Pfarrerin Christhild Grafe hat bereits von 1994 bis 2017 im Dekanat Schweinfurt gewirkt.  Anschließend führte ihr Weg nach Bogotá in Kolumbien, wo sie neun Jahre lang als Pfarrerin der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde San Mateo tätig war. Nun ist sie zurück im Dekanat Schweinfurt und übernimmt die Pfarrstelle „Mainbogen 3“ mit Sitz in Gochsheim. In einem feierlichen Gottesdienst wurde sie in ihr neues Amt eingeführt und gesegnet. 

Dekan Oliver Bruckmann wies in seiner Einführungsansprache darauf hin, dass sich auch in Schweinfurt in diesen neun Jahren vieles geändert hat: Durch Kirchenaustritte und den demographischen Wandel gebe es weniger Gemeindeglieder und damit auch weniger finanzielle Mittel. Doch in allem Wandel bleibe der Auftrag, den Menschen in der Welt das Evangelium zu verkünden. „Du kannst auch unter anderen Bedingungen das Evangelium verkünden. Du bist richtig hier!“, so verwies er auf die Erfahrung der Pfarrerin im Ausland.

Abschied von der Friedenskirche Oerlenbach

Das Gebäude geht – die Gemeinde bleibt

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Der 17. Dezember 2025 wird vielen in Oerlenbach und Umgebung als schwarzer Tag im Gedächtnis bleiben: Kurz vor Weihnachten zerstörte ein Schwelbrand die knapp 60 Jahre alte Friedenskirche. Äußerlich scheint das Gebäude weitgehend unversehrt, doch bis heute darf der Innenraum nur mit Schutzkleidung betreten werden.

Der Kirchenvorstand hatte lange mit der Entscheidung gerungen, doch auch angesichts zurückgehender Gemeindegliederzahlen war irgendwann klar: „Wir verabschieden uns von diesem Gebäude.“ Es soll demnächst abgerissen und das Grundstück voraussichtlich verkauft werden.

Viele versammelten sich also am 13. September 2026 vor dem Eingang der Kirche, um in einem bewegenden Gottesdienst Abschied zu nehmen, noch einmal zurückzublicken auf das, was war, und nach vorne zu schauen auf das Gemeindeleben in Oerlenbach, das mit diesem Tag natürlich nicht endet. Selbst der Himmel schien mitzutrauern – doch der Regen endete gerade rechtzeitig für den Gottesdienst.

Auch die Orgel war nicht zu retten gewesen, so begleitete Kirchenmusikdirektor Jörg Wöltche den Gottesdienst kurzerhand mit dem Akkordeon. Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk sprach von einem „einschneidenden Gottesdienst“ in stürmischen Zeiten. Sie erinnerte an die biblische Geschichte der Sturmstillung, wo die Jünger im Boot Todesangst hatten, während Jesus schlief. „Gut, wenn man in solchen schweren Situationen nicht alleine ist!“ Sie erzählte sichtlich bewegt von jenem Tag kurz vor Weihnachten, die Kirche samt Weihnachtsbaum schon festlich geschmückt. Nur weniges hatten sie retten können, unter anderem das Lektionar, den Abendmahlskelch, den Taufstein und das kleine Altarkreuz.

Ein Diakon mit Kultstatus

„Joe“ Hofmann, seit Jahrzehnten in der Jugendarbeit, wurde in einem fröhlichen Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet

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„Ha!“ – für diesen kurzen, dafür häufigen und lauten Lacher war Johannes („Joe“) Hofmann seit Jahrzehnten bekannt. In Ausnahmefällen auch mal „Haha!“, so hatten es „seine“ Jugendlichen analysiert.

Im Jahr 1997 war Joe Hofmann zum ersten Mal ins Dekanat Schweinfurt gekommen, damals als Dekanatsjugendreferent. Seitdem war er in verschiedenen Aufgaben im Bereich Jugend- und Konfirmandenarbeit tätig. Zwischendurch verließ er das Dekanat für einige Jahre, um in Wiesenbronn in einem Haus mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu arbeiten.

Aus allen seinen Stationen waren Kolleginnen, Kollegen und Wegbegleiter zu einem fröhlichen Abschiedsgottesdienst gekommen, in dem viel gelacht wurde. Pfarrer Wolfgang Weich begrüßte augenzwinkernd zum Gottesdienst „an einem fast lauen Sommerabend“ in Anspielung auf den ursprünglichen Termin, der wegen der extremen Hitze abgesagt wurde, doch auch an diesem Abend war es nur wenige Grad kälter. Die Band der Auferstehungskirche spielte mitreißende Musik von modernen Gesangbuchliedern bis zu „ist da jemand“ von Adel Tawil.

Kontinente überschreitende Freundschaft

Eine Delegation aus den Partnergemeinden in Rio de Janeiro besuchte das Dekanat Schweinfurt

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Als Zeichen einer lebendigen und langjährigen Freundschaft war im Juli wieder eine Delegation der evangelischen Gemeinden aus Rio de Janeiro im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Schweinfurt zu Gast. Seit Jahrzehnten verbindet beide Regionen eine enge Partnerschaft mit gegenseitigen Besuchen und intensivem Austausch. Das Dekanat Schweinfurt unterstützt dabei insbesondere die Kindertagesstätte Bom Samaritano, in der rund 100 Kinder aus den angrenzenden Favelas Elementarbildung, regelmäßige Mahlzeiten und medizinische Betreuung erhalten.

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