Einführung von Pfr. Dr. Marcus Döbert

Pfarrer Dr. Marcus Döbert

 

 

Die neuen Pfarrersleute: Dr. Marcus Döbert u. Barbara Bedacht (FotoDöbert)

In Schonungen berührten sich Himmel und Erde

Zur Einführung von Pfarrer Dr. Marcus Döbert

Schonungen, So., 4. März 2012. In dem Moment, als der neue Pfarrer den Altarraum betrat, seine Gitarre nahm und die Melodie des modernen Kirchenliedes "Wo Menschen sich vergessen" zunächst einmal leise pfiff und dann zusammen mit der Gemeinde anstimmte, schienen sich tatsächlich Himmel und Erde zu berühren: "dass Friede werde unter uns". Jedenfalls hatte Dr. Marcus Döbert spätestens an dieser Stelle die Herzen der Gottesdienstbesucher erobert. "Der erste Eindruck ist der entscheidende", betonte hernach auch eine betagte Dame des Seniorenkreises. 

Dem 42-Jährigen war vom Landeskirchenrat zum 1. März 2012 die Pfarrstelle an der Christuskirche Schonungen übertragen worden. Den Eingangsteil des Festgottesdienstes im übervollen Gotteshaus gestaltete Pfr. Martin Schewe von der Schweinfurter Christuskirche. Er hatte die eineinhalb Jahre währende Vakanzvertretung innegehabt und wird auch den noch laufenden Konfirmandenunterricht zu Ende führen.  

Sodann würdigte Dekan Oliver Bruckmann Vita und Werdegang des neuen Seelsorgers, der neben Theologie und Psychotherapie auch Landwirtschaft und Taxifahren gelernt habe, somit also wisse, "wo den Menschen der Schuh drückt. Sie werden ihm erzählen wollen, was sie bewegt und treibt." Von daher sei Dr. Döbert geradezu prädestiniert für die Arbeit in der weitläufigen Diaspora-Gemeinde im Süden des Schweinfurter Oberlandes. Anschließend segnete der Dekan den neuen Pfarrer für seinen Dienst.

Dieser predigte über das sog. "Weinberg-Lied" des Propheten Jesaja (Kap. 5). Aus dieser Geschichte von Gott als Winzer gelte es zu lernen. Denn nicht nur im Weinbau stünden Masse und Klasse in einem umgekehrten Verhältnis als sonst üblich - der beste Wein werde aus Weinstöcken mit nur ganz wenigen Reben gewonnen! Sondern dies lasse sich auch auf die Kirche in der Welt als "Weinberg" übertragen. Nicht auf die Quantität ihrer Aktionen komme es an, sondern auf die Authentizität des Predigers und darauf, dass kirchlicher Dienst etwas mit dem täglichen Leben zu tun habe und Mitgestaltungsmöglichkeiten gerade für Jugendliche biete. Dr. Döbert sprach sich gegen die  Erwartungshaltung der "allgegenwärtigen Machbarkeit" in der Kirche aus: "Wir sind der Weinberg und nicht der Winzer. Wir vertrauen darauf, dass der Heilige Geist in unserer kleinen Gemeinde wirksam wird. Darum treibt uns nicht Aktivismus, sondern große Gelassenheit."

 

 

 

 

Hoch am Hang klebend: die Christuskirche in Schonungen

(Teil-)Einzug von Geistlichkeit und Kirchenvorstand, hier mal mit Pfr. Bernd Reuther/Evang. Bildungszentrum Hesselberg an der Spitze

 

 

Vakanz-Pfr. Martin Schewe bedankte sich bei allen ehrenamtlichen Mithelfern und warb für die Kandidatur zur Kirchenvorstandswahl

Dekan Oliver Bruckmann stellte der Gemeinde lobredend den neuen Hirten vor: "... und weise ihn an Sie und Sie an ihn" 

 

 

Feierliche Segnung durch den Dekan mit Assistenten (rechts: Citypfr. Heiko Kuschel)

Pfr. Dr. Döbert nutzte den "Kairos" (= den richtigen Augenblick) und hinterließ nachhaltigen Eindruck mit seiner Gitarre

 

 

Das Veeh-Harfenensemble "Arpeggio" unterstrich die besondere Affinität des neuen Pfarrers auch zu diesem Musikinstrument

Auszug nach getaner Arbeit; im Hintergrund: Kindergartenkinder, die dem Pfarrer ein Ständchen sangen 

Der Gottesdienst mündete aus in der Feier des Hl. Abendmahls, das von Dekan und Pfarrer gespendet wurde. Dicht gedrängt im Gemeindehaus, schloss sich der Empfang samt Grußworten an. Unter anderem artikulierte Pfrin. Christhild Grafe als stellvertretende Seniorin im Namen des Pfarrkapitels, zusammengesetzt aus 37 Kolleginnen und Kollegen, die Erleichterung über dessen Komplettierung durch Dr. Döbert. Der katholische Kollege Thomas Amrehm von der Pfarreiengemeinschaft St. Sebastian am Main betonte den bestehenden "ökumenischen Einklang und Antrieb" in vielfältigen Aktionen und Gruppen. Ortsbürgermeister Kilian Hartmann brachte seinen Stolz darüber zum Ausdruck, dass seine Großgemeinde 13 Kirchtürme zähle.  Auch er verwies auf das einvernehmliche Miteinander - und zwar zwischen politischer Gemeinde und den Kirchen. Er müsse deshalb diejenigen enttäuschen, die etwa an das Verhältnis zwischen Don Camillo und Peppone denken würden. Pfr. Bernd Reuther, Leiter des Evang. Bildungszentrums Hesselberg, wo Dr. Döbert fünf Jahre als Studienleiter wirkte, verglich den Blick vom Schonunger Pfarrhaus hinunter auf die Mainauen mit dem grandiosen Blick vom Hesselberg herab und meinte, darin die Motivation seines ehemaligen Mitarbeiters, sich hierher zu bewerben, erkennen zu können.

Und immer wieder lobten Redner "die natürliche Art des Pfarrers", die sie beeindruckt habe. Es war eben der erste und alles entscheidende Augenblick, als er seine Gitarre nahm und die Melodie besagten Kirchenliedes leise pfiff, so dass sich in Schonungen tatsächlich - wenn auch nur für einen Moment - Himmel und Erde berührten: "dass Friede werde unter uns".

 

 

 

Sektempfang in illustrem Kreis: Pfr. Dr. Döbert mit Frau Barbara Bedacht

Der kath. Amtskollege Thomas Amrehm packte einen Sack voller Geschenke aus

 

 

 Bürgermeister Kilian Hartmann scheute den Vergleich mit Peppone

Ein Standbild hält besser: Ehepaar Dr. Döbert/Bedacht mit dem Dekan

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Was Sie noch wissen sollten:

Hier Dr. Döberts persönliche Vorstellung im Gemeindebrief:

Liebe Gemeinde,

nur ein kleines bisschen Geduld brauchen Sie noch, dann ist die lange Wartezeit endlich vorbei: Ab dem 1. März 2012 hat Schonungen wieder einen neuen Pfarrer. Wahrscheinlich sind Sie schon ziemlich neugierig darauf, wer da zu Ihnen kommt und wieder Leben in Ihr Pfarrhaus bringt.

Die Eckdaten meines Lebens sind schnell aufgeschrieben: Mein Name ist Marcus Döbert, ich bin 42 Jahre alt, geboren in Nürnberg, Studium in Erlangen und Neuendettelsau, landwirtschaftliche Berufsausbildung, Vikariat, Promotions- und z.A.-Zeit in Nürnberg, danach Studienleiter am Evangelischen Bildungszentrum Hesselberg, berufsbegleitend Psychotherapieausbildung, zur Zeit Seelsorger für die Schulen im Dekanatsbezirk Gunzenhausen, verheiratet, keine Kinder. Anscheinend ein ganzes Leben auf einen Blick. Und trotzdem ist mit den nüchternen Fakten noch nicht viel gesagt.

Denn viel wichtiger als die äußeren Stationen sind ja die inneren Stationen auf dem Weg eines Menschen. Welche Erfahrungen haben ihn geprägt? Welche Träume oder Schicksalsereignisse haben seine Lebenswendungen bedingt? Welche Menschen sind ihm auf seinem Weg begegnet? Was findet er lustig und wie ist sein Lachen? Für welche Werte steht er ein? Was und wie ist Gott für ihn?

Solche und andere wichtige Fragen lassen sich nicht auf dem Papier beantworten, sondern nur "in echt": im Gespräch, im gemeinsamen Handeln und Erleben, im regelmäßigen und immer vertrauteren Miteinander. Dazu möchte ich Sie gerne einladen. Meine Frau und ich hoffen auf viele offene Begegnungen mit Ihnen. Wir freuen uns auf tiefe Gespräche ebenso wie auf fröhliche Gemeindefeste, auf feierliche Gottesdienste ebenso wie auf den lockeren Plausch am Gartenzaun. Kurz: Auf ein gutes und erfülltes Leben mit und bei Ihnen in Schonungen und drum herum.

Bis zum 1. März grüßt Sie herzlich Ihr neuer Pfarrer Dr. Marcus Döbert.

(aus: Evangelischer Gemeindebrief Christuskirche (Schonungen), Dez. 2011 - Febr. 2012, S. 2)