Personelle Wechsel 2010 im Diakonischen Werk

Heimleiterinnen der Diakonie im Gottesdienst vorgestellt

Schweinfurt, 10. Okt. 2010 (klk). Nach einigen strukturellen Veränderungen innerhalb der Diakonie Schweinfurt sind im Rahmen eines Gottesdienstes in der St. Johanniskirche die verantwortlichen Damen der Pflegeheime des Diakonischen Werkes Schweinfurt durch den Vorstand, Jochen Keßler-Rosa, vorgestellt und von Dekan Oliver Bruckmann gesegnet worden:

- Barbara Mayerhofer ist als Mitglied der Geschäftsleitung für die stationäre Altenpflege und damit für alle Pflegeheime der Diakonie in der Region Main-Rhön und insbesondere auch für das Seniorenhaus Kramerswiesen in Oerlenbach zuständig.

- Christiane Kautz hat die Leitung des Wilhelm-Löhe-Hauses und des Paul-Gerhardt-Hauses übernommen.

- Doris Schmitt leitet das Pflegezentrum Maininsel und

- Dorothea Winter das Theresienstift in Bad Kissingen.

Dekan Bruckmann ging in seiner Predigt am Diakoniesonntag auf die „Heilung des Gelähmten“ durch Jesus ein, als dieser zu dem Gelähmten sagte: „Steh auf, nimm dein Bett und geh’ nach Hause, deine Sünden sind dir vergeben“. Er betonte, dass Krankheit und Schuld nicht zusammen gehören. Vielmehr bleiben wir Gottes geliebte Kinder. Krankheit soll nicht sein, wo sie ist, soll die Zuwendung und Nächstenliebe nicht nachlassen. Deshalb, so Dekan Bruckmann, gehöre die Pflege und die Hilfe seit der Frühzeit des Christentums zu den christlichen Aufgaben, wie sie  in der Diakonie wahrgenommen werden. Der Festgottesdienst wurde von der Kantorei St. Johannis und der Jugendkantorei unter der Leitung von Andrea Balzer musikalisch mitgestaltet.


Vorstand Jochen Keßler-Rosa stellte Barbara Mayerhofer, Christiane Kautz, Doris Schmitt und Dorothea Winter (von links) als verantwortlich für die Pflegeheime der Diakonie Schweinfurt vor.
(Text u. Foto: Peter Klopf)

 

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Aus der Presse zitiert:

1. Ein Leben mit den Menschen am Rand Diakonie-Sozialarbeiter

Klaus Wanka blickt auf fast 40 Jahre Hilfe für Arme zurück

Schweinfurt. „Armut hat es immer gegeben“, sagt Klaus Wanka. Die letzten Jahre haben dem Diplom-Sozialpädagogen aber besonderen Kummer bereitet, weil sich „immer mehr Leute in der Armut einrichten“. Wanka kennt auch den Grund: „Sie sehen keine Perspektive.“ Ende des Monats wechselt der Diakonie-Mitarbeiter, der sich in Schweinfurt fast vier Jahrzehnte für die sozial Schwachen und Menschen am Rand eingesetzt hat, in die passive Phase der Altersteilzeit. [...]

Wanka erblickt in Oldenburg das Licht der Welt. Der Vater – tätig in einem Industrieunternehmen – wird öfter versetzt, die Familie zieht mit um. Wanka landet so in Bayern, studiert in Nürnberg, lernt dort seine Frau Ilse kennen. Sie erfährt von einer „freien Stelle“ bei der „Inneren Mission“ in ihrer Heimatstadt Schweinfurt. Wanka kriegt Anfang der 70er Jahre den Job bei der heutigen Diakonie.
Von Anfang an berät er Häftlinge in der Villa Rosa in der Hadergasse (bis 1998, heute Diakon Norbert Holzheid). Er kümmert sich um Pflegschaften (heute Betreuungen), nimmt sich der Wohnungslosen an. 1996 wird für sie An den Brennöfen die Wärmestube eingerichtet. Heute haben die Obdachlosen im Adolf-von-Kahl-Haus am Obertor (eröffnet 2003) eine Bleibe für die Nacht – beides mit initiiert von Wanka.

Drogenberatung, Psychosoziale Beratungsstelle, Beratungsdienst für Asylsuchende – in allen drei „Fällen“ hat Wanka die Vorgespräche geführt. Der Sozialpädagoge ist seit 1993 zuständig für die „Arbeit statt Sozialhilfe“ in Stadt und Landkreis, seit 1998 laufen von ihm auf den Weg gebrachte Integrationsprojekte für junge Aussiedler an der Frieden-, Albert-Schweitzer- und Auenschule.

Von Anfang an (1993) ist Wanka einer der Mitstreiter beim Nothilfe-Projekt „Schweinfurt hilft Schweinfurt“ dieser Zeitung und seiner Diakonie, das 2002 zur Stiftung geworden ist. Und seit 2003 hat er einen weiteren „Nebenjob“ als Chef der Schweinfurter Tafel, die er mitgegründet hat. [...]

Wanka kommt beim Gespräch über seine genau 37 Jahre als Sozialarbeiter auch aufs Sparpaket der schwarz-gelben Koalition zu sprechen. Er lehnt es wegen seiner Einseitigkeit zu Lasten der Armen ab. Er sagt, dass die Schere weiter auseinanderklaffen, die Zahl der Armen weiter steigen werde. „Kummer macht mir besonders, dass viele Kinder betroffen sind“, sagt er und macht das an seiner Tafel fest. In den zurückliegenden drei Jahren sei die Zahl der „Bezugsberechtigten“ um 30 Prozent gestiegen. In Schweinfurt holen heute pro Woche 630, in Gerolzhofen 80 Menschen regelmäßig Lebensmittel ab. Die reelle Zahl einschließlich Familienangehöriger beträgt aktuell rund 1600, darunter 600 unter 16-Jährige. [...]

Geht er dennoch mit ein wenig Wehmut? Wanka antwortet nach einigem Nachdenken und erklärt seine Gefühlslage mit dem Begriff Ambivalenz. Ein bisschen Ja, sagt er, weil er durchschnaufen könne, mehr freie Zeit habe. Er werde aber weiter die Tafel leiten, dort weiter täglich Menschen in Not begegnen und ihnen zu helfen versuchen.

(aus: Schweinfurter Tagblatt, 25.6.2010, S. 25; hh)

 

2. Uwe Kraus nimmt das "Ehrenamt" mit

Nachfolger von Klaus Wanka bei der KASA

Schweinfurt. Bis vor kurzem stand der Name Klaus Wanka für die Hilfen für Wohnungslose und Gestrandete. [...] Nachdem er, wie berichtet, nach über 37 Jahren in den Ruhestand gegangen ist, stellte Jochen Keßler-Rosa, Geschäftsführer der Diakonie, Wankas Nachfolger Uwe Kraus vor.

Der 49-jährige Sozialpädagoge war 14 Jahre bei der Suchtberatung der Diakonie und entwickelte in den vergangenen vier Jahren das Modellprojekt der Ehrenamtsstelle „Tatendrang“. In dieser Zeit konnte Kraus die Zahl der bei der Diakonie tätigen Ehrenamtlichen auf rund 250 verdoppeln. Das heißt, das Modellprojekt war so erfolgreich, dass es künftig als ein Schwerpunkt in die diakonische Arbeit mit einfließt und weiter von Uwe Kraus betreut wird.

Außerdem ist der neue KASA-Leiter für die Verbindung zwischen evangelischer Kirche und Diakonie zuständig, für das Adolf-von-Kahl-Haus mit Wärmestube, für die Asylbewerberberatung, die Bahnhofsmission und die offenen Programme und Hilfen für Senioren. Als ganz wichtige Aufgabe der KASA bezeichnete Keßler-Rosa das Wahrnehmen von gesellschaftlichen Veränderungen, aus denen neue Konzepte für die Arbeit der Diakonie erwachsen können. So sei vor mehr als 30 Jahren die Beratung für Schwangere entstanden und nach dem Fall der Mauer vor 20 Jahren die Beratung für Menschen aus der ehemaligen DDR. Schließlich soll der KASA-Chef die Verbindungen zu anderen Institutionen ausbauen. Uwe Kraus ist verheiratet, hat drei Kinder und ist in der Jugendverbandshilfe groß geworden.

(aus: Schweinfurter Tagblatt, 7.7.2010, S. 27; kwi)

 

 

 Uwe Kraus (Foto: Bergler)

 

3. Ein Mann mit Rat und Tat

Wilhelm-Löhe-Haus: Günter Gundel verabschiedet

Schweinfurt. Das Sommerfest des Wilhelm-Löhe-Hauses bildete den Rahmen, um Günter Gundel in den Ruhestand zu verabschieden. Gundel verlässt nach 23 Jahren die Diakonie. In seiner Laudatio würdigte der Vorstand des Diakonischen Werkes Schweinfurt, Jochen Keßler-Rosa, ihn als einen Menschen, der stets ein großes Herz für altgewordene pflegebedürftige Menschen gehabt und zum guten Ruf des Wilhelm-Löhe-Hauses wesentlich beigetragen habe.

1987 war der gelernte Intensivkrankenpfleger und Diakon von der Rummelsberger Brüderschaft als Pflegedienstleiter an das Altenheim Wilhelm-Löhe-Haus entsandt worden. Schon kurze Zeit später begann mit dem großen Anbau des Pflegeheimes (Neutorstraße und Niederwerrner Straße) eine lange Bauphase. 1991 zum Heimleiter ernannt, war Gundel daran maßgeblich beteiligt, wie er auch mit dem Paul-Gerhardt-Haus eng verbunden war.

Eine unheimliche Dynamik habe sich in der Amtszeit von Diakon Gundel entwickelt, so Keßler-Rosa. Die Altenheime wurden zu Pflegeheimen, die Pflegeversicherung eingeführt und ein starker Wandel habe eingesetzt, den der Diakon tonangebend für die Diakonie umsetzte. Maßgeblich war er auch am Ersatz-Neubau am Wilhelm-Löhe-Haus An den Schanzen und am Projekt Pflegezentrum Maininsel beteiligt. [...] Dekan Oliver Bruckmann würdigte Gundel als einen Mann mit Rat und Tat. Der sprach seinerseits Worte des Dankes: Schweinfurt sei die schönste Zeit in seinem Leben gewesen.

(aus: Schweinfurter Tagblatt, 3.7.2010, S. 23; klk)

 

   
 

Fotos oben (Siegfried Bergler):

Klaus Wanka als Werbeträger für die Schweinfurter Tafel

Uwe Kraus zusammen mit Dekan Oliver Bruckmann

Foto links (Peter Klopf):

Diakon Günter Gundel