PRESSESCHAU: Dekan Oliver Bruckmann zum Jahreswechsel

Das gesellschaftliche Klima wandelt sich

Private Ansprache zum Jahreswechsel vor dem Dekanat: Dekan Oliver Bruckmann (4. von rechts) inmitten seiner Stammmannschaft

Schweinfurt, 31.12.2017. Mit dem gesellschaftlichen Wandel, auch innerhalb der evangelisch-lutherischen Kirche, hat sich Dekan Oliver Bruckmann in seiner Silvesterpredigt in St. Johannis beschäftigt. Dabei ging er zunächst auf den Klimawandel ein. „Wir werden nicht so weitermachen können, wenn unsere Vegetation so bunt und vielfältig bleiben soll und die Tierwelt auch. Wenn das Wetter nicht immer extremer werden soll. Wirklich weitergekommen sind wir da 2017 nicht.“

Auch das gesellschaftliche Klima wandele sich. Die Frage zum Beispiel, wie viele fremde Menschen, deren Leben bedroht ist, hier bei uns Heimat finden können, werde nicht mehr so eindeutig beantwortet wie noch vor zwei Jahren. „Ablehnung und Hassparolen werden lauter.“ Auch in der Kirche spiele der Wandel eine Rolle. Sollen gleichgeschlechtliche Paare kirchlich gesegnet oder sogar getraut werden? Diese Frage werde sehr kontrovers diskutiert. „Wir merken, dass sich vieles wandelt und kaum etwas so bleibt, wie es ist. Wir spüren, wie die Zeit vergeht. Und dass wir uns mit der Zeit wandeln und das Leben nicht festhalten können. “

Im Oktober stehen die Neuwahlen der Kirchenvorstände an. Bruckmann ist überzeugt, dass sich wieder genügend Kandidaten finden lassen, möglicherweise nicht in allen Gemeinden. Viele Menschen seien bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und anderen etwas von ihren Gaben, ihrer Lebenszeit und ihrer Kraft zu schenken. „Manches müssen wir als Kirche vielleicht auch zurücklassen." Die demografische Entwicklung mache vor ihr nicht Halt. Weniger Menschen zahlten weniger Steuern, weniger Mitglieder weniger Kirchensteuern. Manche Gebäude werde man vielleicht nicht mehr brauchen und sie getrost aufgeben können. „Nicht aber unser Vertrauen und die Gewissheit, dass Gott ein treuer Wegbegleiter ist, der Zukunft für uns hat und Mut macht. Der uns zeigt, wo er uns braucht, um die Aufgaben zu bewältigen und die Herausforderungen anzupacken, die auf uns warten, auch im neuen Jahr. Nämlich für den Frieden einzutreten, uns für Gerechtigkeit zu engagieren und für die Bewahrung der Schöpfung zuarbeiten."

(Quelle: https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Gesellschaftsklima; "Schweinfurter Tagblatt" vom 2. Jan. 2018, S. 26; Text: Karl-Heinz Körblein
© Main-Post 2018)
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