Behüt dich Gott

Datum: 

18.04.2012

Stichwörter: 

Einen schönen guten Morgen, liebe Hörer,

„Wie geht`s“, fragen wir, wenn wir einander grüßen. In diesem kleinen „s“ steckt die Frage nach Gesundheit, Familie, Beruf. Eben nach dem, was man das „Persönliche“ nennt. Was wäre aber, wenn der Angeredete wirklich auspackt und sagt, was los ist. Der Haussegen hängt schief. Im Beruf klappt`s nicht mehr und überhaupt. Meistens geht ein jeder seine Wege ohne die Antwort abzuwarten. Allenfalls wird mit der Gegenfrage gekontert: „Und dir?“. Aber die ist ja auch nicht so gemeint. Schade eigentlich, wäre doch jeder Gruß eine schöne Gelegenheit, am Ergehen eines anderen Menschen Anteil zu nehmen. Ein kleines Wort gegen die Gleichgültigkeit. Ein Zeichen dafür, dass wir auf gute Wünsche und Gedanken angewiesen sind. Das Leben wäre unerträglich, wenn niemand nach uns fragt. Vielleicht spüren das die Gäste, die unser bayrisches „Grüß Gott“ belächeln, uns aber insgeheim um diesen Gruß beneiden. „Grüß Gott“, dahinter steckt mehr als ein flüchtiges „Wie geht`s?“. „Grüß Gott“, es segne dich Gott. Er gebe dir Mut und Kraft für den Weg, den du nun gehst. Ihm ist es eben nicht egal, wie es dir geht. Er fragt nach dir. Das Grüßen ist die kleine Münze des Segens. Eine kleine Münze, aber gerade groß genug für unseren Alltag. „Grüß Gott“, das ist eine gute Währung, die garantiert keinen Kursschwankungen unterworfen ist. „Grüß Gott“, vielleicht geben Sie diese kostbare Münze heute einfach einmal weiter. Sie werden staunen, was Sie dafür alles bekommen. Ihr evangelischer Pfarrer Stefan Stauch aus Sennfeld.