Die St. Johanniskirche war gefüllt bis auf den letzten Platz. Viele waren in Uniform gekommen, die ganze „Blaulichtfamilie“ von den Johannitern bis zur Feuerwehr war da, als „der Norbert“ an seinem letzten Arbeitstag in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde.
Zum (vorerst?) letzten Mal bestieg er die barocke Kanzel und predigte dort über den Predigttext des Sonntags: Den bekannten „aaronitischen Segen“, der am Ende fast jeden Gottesdienstes gesprochen wird: „Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“
Einer der bekanntesten Texte der Bibel, so Holzheid. Auch in der Justizvollzugsanstalt, deren Seelsorger er jahrelang gewesen war, sei er bestens bekannt. Gott sei für alle Menschen da, egal, welche Sprache oder Herkunft sie haben. Gott sage zu allen: „Ich begleite dich, ich gehe mit dir durch Höhen und Tiefen.“ Gerade die anwesenden Einsatzkräfte, die er jahrzehntelang begleitet habe, wüssten ja auch um die dunklen Momente im Leben, aber: „Gott verwandelt die Dunkelheit in Licht“. Sehr persönlich auf seinen letzten aktiven Arbeitstag bezogen schloss er: „Am Ende meines Arbeitslebens bin ich dankbar und froh, dass dieser Segen gesprochen wird.“