PRESSESCHAU: Seit fünf Jahrzehnten im Zeichen des Hirten

50 Jahre Evangelische Kirche in Bergrheinfeld

Wie eine Nadel: der Turm der "Kirche zum Guten Hirten"

Bergrheinfeld, 19.7.2014. Wirklich auffällig ist der freistehende Kirchtum: "Auf dem gemauerten Sockel ist die 24 Meter hohe Turmhaube aus Holz aufgesetzt. Sie wurde vom Münchner Zimmermeister Goldes geschaffen. Bevor die Holzkonstruktion als Ganzes mittels Spezialtransport nach Bergrheinfeld gebracht wurde, war sie auf der Forst- und Holzausstellung in München ausgestellt und beeindruckte dort die Besucher. In Bergrheinfeld angekommen, wurde sie auf der Wiese neben dem Pfarrhaus gelagert und im Zeitraum von sechs Wochen mit zwei Tonnen Kupferblech beschlagen. Ein Spezialkran aus München setzte die Haube unter den Augen zahlreicher Zuschauer auf den gemeurten Sockel. Die Kreuzblume an der Spitze wurde vom Schweinfurter Kunstschlossermeister Herbert Walter geschaffen. Insgesamt erreicht der Turm eine Höhe von 35 Metern. [...] Die Glocken wurden in Erding gegossen, die Läutanlage stammt aus Ulm. [...] Fast wie neu erstrahlt seit vergangenem Jahr der Kirchturm, nachdem 50 Jahre der Zahn der Zeit am Beton genagt hatte. Die an manchen Stellen bröckelnde Betonoberfläche wurde abgeschlagen, die Stahlarmierung mit einem Rostschutz versehen, die Löcher mit Beton verfüllt und das ganze neu gestrichen." 

Aus der Geschichte der Kirchengemeinde Bergrheinfeld: "Bereits vor 80 Jahren wurden erste Aufzeichnungen vom evangelischen Gemeindeleben gemacht, denn im Jahr 1934 fanden die ersten regelmäßigen Bibelstunden statt: zuerst in Privathäusern, später in einem Raum der Grundschule. Die Gläubigen wurden von der Kreuzkirche Oberndorf betreut.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wuchs die Gemeinde. 1958 folgte der Bau eines kleinen Versammlungsraumes im Schleifweg. Dieser durfte nicht zu groß ausfallen, denn man hatte ja bereits den Bau einer Kirche im Hinterkopf. Drei Jahre später wählte die Gemeinde, noch betreut von Oberndorf, ihren ersten eigenen Kirchenvorstand. 1962 wurde Pfarrer Herbert Kreimann der erste Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Auf dem Wunschzettel ganz oben stand nun der Bau einer eigenen Kirche. [...] Nach Plänen des Architekten Waldemar Luther wurde der Kirchbau einst in Auftrag gegeben." [...]

Im Mai 1963 begannen die Erdarbeiten, am 24. Juni war die Grundsteinlegung und am 11. Oktober wurde bereits Richtfest gefeiert. [...] Vor 50 Jahren, am 7. Juni 1964, wurde die Kirche durch Kreisdekan Oberkirchenrat Koch, Pfarrer Hilbig aus Oberndorf und Pfarrer Kreimann eingeweiht. [...] Bereits im Dezember 1964 formierte sich ein Kirchenchor, am Palmsonntag 1965 fand die erste Konfirmation in der neuen Kirche statt. Im Juli 1066 wird die neue Orgel durch Dekan Luther eingeweiht.  [...] Im August 1966 wurde die Gemeinde, die bis dahin immer noch zu Oberndorf gehörte, endlich eigenständig – zusammen mit Grafenrheinfeld und Garstadt. [...] Die '2. Pfarrstelle Schweinfurt-Oberndorf mit Sitz Bergrheinfeld' [wurde] in eine 'Pfarrstelle Bergrheinfeld' umgewandelt. [...] Heute umfasst sie rund 1300 Mitglieder. [...]

Im Jahr 2001 begann der Bau des neuen Gemeindezentrums, das 2002 eingeweiht wurde. Der alte Gemeindesaal wurde 2005 umgebaut zum Pfarrbüro. [...] Im September 2009 hat Pfarrer Andreas Bauer die Gemeinde übernommen."

(Zitate aus: Schweinfurter Tagblatt vom 14.7.2014, S. 25, u. Schweinfurter Anzeiger vom 16.7.2014, S. 1f; Text: Horst Fröhling; Fotos: Bergler)

 

Am Sonntag, 20. Juli, fand um 10.00 Uhr der Festgottesdienst zum Jubiläum statt, musikalisch umrahmt vom Musikverein Bergrheinfeld und der Sängerlust Schweinfurt. Ehrengäste waren Regionalbischöfin Gisela Bornowski und ehemalige Pfarrer der Gemeinde, u.a. Pfr. Philipp Klein.

(s. EXTRABERICHT: https://www.schweinfurt-evangelisch.de/inhalt/heimat-ist-die-kirche)