Gebet und Stärkungspaket auf dem Weg nach Nürnberg

Abschied von Schweinfurts Leitendem CVJM-Sekretär Horst Ackermann

Horst Ackermann verabschiedet sich von seinen Freunden und CVJM-Mitarbeitenden

Schweinfurt, So. 17. Dez. 2017. „Wir wollen den Horst nicht unbeschadet ziehen lassen“. So umriss der Erste Vorsitzende des CVJM Schweinfurt, Bernhard Stürmer, in seiner Begrüßung das Vorhaben in der nächsten guten Stunde. Horst Ackermann, den Leitenden CVJM-Sekretär, zugleich einer der Dekanatsjugendreferenten, galt es nicht sang- und klanglos zu verabschieden. Immerhin an die neun Jahre – seit dem 1. April 2009 – war er hier im Dienst und in der St. Johanniskirche am 19. Juli 2009 feierlich eingeführt worden (LINKhttps://www.schweinfurt-evangelisch.de/inhalt/einfuehrung-von-horst-acke...). Überhaupt ist er schon 18 Jahre als Hauptamtlicher für den CVJM tätig. Ab dem 1. Januar 2018 wird ihn sein beruflicher Weg weiter nach Nürnberg ins Amt für Jugendarbeit der ELKB führen. Früher nannte man die ihn dort erwartende Funktion: „Referent für Evangelisation“. Heute heißt es modern verklausuliert: „Referent für jugendgemäße Spiritualität und schulbezogene Jugendarbeit“.

Die Gustav-Adolf-Kirche war gut gefüllt, wovon auch die kräftigen Stimmen zeugten, die die modernen Lobpreislieder, von der CVJM-Band samt Leadsängerin angestimmt, begleiteten: „Jesus, dein Licht füll dies Land mit des Vaters Ehre“ oder: „Majestät, du thronst in Herrlichkeit, deine Güte währet ewig.“

Ackermann hielt seine Abschiedspredigt über drei Kernsätze aus dem Römerbrief des Paulus (Kap. 15,4-7):

1. „… damit wir Hoffnung haben“: Adventszeit bedeute, erfüllt zu sein mit Spannung auf das Kommende. „Wir warten auf den Heiland als Kind in der Krippe, er wird einer von uns.“ Doch sei es wohl „der längste Weg dieser Welt“, um wirklich zu begreifen, also vom Kopf ins Herz zu befördern, „dass wir Leben mit begründeter Hoffnung haben, weil er den Weg von der Krippe zum Kreuz gegangen ist.“

2. „… dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander“: Das falle niemandem leicht. Aber da Gott ein „Gott der Geduld sei“, wolle er auch uns die Geduld anderen gegenüber schenken. Darum sollten wir uns von ihm gerne beschenken lassen.

3. „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre“: Von Christus akzeptiert, dürften auch wir uns darum bemühen, selbst diejenigen, die es uns im Leben schwer machen, als Kinder Gottes anzusehen.

Dekanatsjugendpfarrerin Grit Plößl übernahm in Vertretung des Dekans die offizielle Entpflichtung: Unter Bezugnahme auf den Lehrtext des Tages „Wir lassen nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr … Frucht bringt in jedem guten Werk“ (Kolosser 1,9-10) zählte sie einige „Früchte“ Ackermanns auf, die er „mit Gottes Zutun und Hilfe“ geerntet habe: die Vorbereitung und Begleitung von Freizeiten, „18plus“: Begleitung junger Menschen, „7teen7“-Gottesdienste, gemeinsame Dienstbesprechungen und viel Gremienarbeit. „Unser Gebet soll dich begleiten auf deinem Weg nach Nürnberg.“

An seiner anschließenden Segnung wirkten Schweinfurts Zweite CVJM-Vorsitzende Bianca Leitz-König, Michael Götz, Generalsekretär des CVJM-Landesverbandes Bayern, sowie Wolfgang Stöhr, Ackermanns Freund aus seiner Heimat Weißenstadt/Fichtelgebirge und dort Erster CVJM-Vorsitzender, mit.

Nach dem Gottesdienst moderierte der Erste Vorsitzende Stürmer die Grußworte, schickte aber voraus, dass Horst Ackermanns Weggang zusätzliche Arbeit für die Ehrenamtlichen bedeute. Zudem sei man durch die seitens des Dekanatsbezirks beschlossene Halbierung der Stelle überrascht, vor allem was Zeitpunkt und Umstände anbelange, und darüber tief betroffen: „Wir wissen nicht, wie es weitergeht.“ Jedenfalls müsse nunmehr die CVJM-Arbeit finanziell noch stärker unterstützt werden.

Generalsekretär Götz sprach diesbezüglich dem CVJM Mut und Hoffnung zu. Er dankte Ackermann, der bereits in Hof und Weißenstadt der „CVJM-Familie“ gedient habe und nun nach seinen Jahren in Ober- und Unterfranken nach Mittelfranken wechsle.

Schweinfurts II. Bürgermeisterin Sorya Lippert charakterisierte Ackermann als einen liebenswürdigen, dynamischen, menschenorientierten Leiter und wünschte ihm viel Kraft für die Zukunft unter Verweis auf Lukas 9,62: Wer seine Hand an den Pflug lege (d.h. aufbreche), aber dabei zurückschaue, tauge nicht für das Reich Gottes.

Sven Batram, der neue Mit-Geistliche der Evangelisch-Methodistischen Kirche, las einen Brief des verhinderten Pastors Andreas Jahreiß vor, in welchem dieser Horst Ackermann für seine Mitarbeit in der Evangelischen Allianz dankte und seine Fröhlichkeit, Klarheit und theologische Kompetenz lobte: „Du wirst uns fehlen.“

Und last but not least überreichte der Vorsitzende der Dekanatsjugendkammer, Julian-Alexander Bauer, im Namen der Evangelischen Jugend dem Scheidenden ein „kleines Stärkungspaket – mehr für den Leib als für die Seele“. Freilich fand der eigentliche Empfang mit Verköstigung aller erst hernach in den CVJM-Räumen in der Luitpoldstraße statt.