Pfr. Wildes Einführung als stellvertretender Dekan

 

Schweinfurt, 14. Dezember 2009. Im Chor vor dem Hochaltar der St. Johannis-Kirche hatten sich fast das gesamte Pfarrkapitel und Mitglieder des Dekanatsausschusses eingefunden, denn: „Auch Leitung soll gesegnet sein.“ So begründete Dekan Oliver Bruckmann den Anlass des Sondergottesdienstes am Montagabend. Pfr. Jochen Wilde (Bad Kissingen) sei – nach dem Weggang des stellvertretenden Dekans Pfr. Walter Neunhoeffer - vom Dekanatsausschuss, nach vorheriger Anhörung des Pfarrkapitels, im Oktober einstimmig zu seinem neuen Stellvertreter gewählt worden.
Bruckmann erläuterte die Etymologie des Wortes „Dekan“. Es leite sich von der Zahl zehn (griech. deka) ab, da früher zehn Pfarreien ein Dekanat bildeten. Ergo bräuchte es bei rund 40 Pfarrern im Dekanat Schweinfurt eigentlich vier Dekane. Deshalb ist „ein stellvertretender Dekan nur recht und billig.“ Unter Handauflegung und Segnung führte er sodann Pfr. Wilde in sein Amt ein. Zu dessen Aufgaben zählen neben der Abwesenheitsvertretung des Dekans die Führung von Mitarbeitendenjahresgesprächen und die Mitplanung von Veranstaltungen und Projekten.
Pfr. Wilde begann seine Predigt über die hochfliegende Vision des Jesaja vom zukünftigen Heil Israels (Jes 35,3-10) mit einem Zitat des Sängers Thomas Quasthoff: „In unserem Land leben 80 Mio. Behinderte. Mein großer Vorteil besteht darin, dass man es mir ansieht“ – dies mit der Stoßrichtung: Letztlich sind wir alle behindert, eingeschränkt in unseren Lebensmöglichkeiten, beispielsweise von Armut und Ausgrenzung bedroht. Aber zugleich sollen wir andere stabilisieren: Behinderte werden zu Beauftragten!
Anhand der Situation des Babylonischen Exils und dass damals auf die Freude der Rückkehr der Juden nach Jerusalem „die Mühen der Ebene“ folgten, zeigte Wilde auf, dass es trotzdem keinen Grund gebe, an Gottes Verheißungen zu zweifeln. Genauso würden im Neuen Testament zweifelnde Fragen geäußert, z.B.: Hat sich denn mit Jesu Kommen etwas geändert in und an der Welt? Doch auch Jesu gewaltige Hoffnung dürfe nicht nur zum Traum von einer heilen Welt verkommen.
Von daher Wildes Schlussappell: Wir sollen zu Wegbereitern Gottes, zu begnadeten Hoffnungsträgern werden, indem wir müde Hände stärken, wankende Knie festmachen und Straßen sowie Brücken der Verständigung und Versöhnung errichten und dadurch Ausgrenzung abbauen.
Im Anschluss an den Gottesdienst überbrachte Senior Dr. Wolfgang Weich die Grüße seitens des Pfarrkapitels. Pfr. Wilde sei ein Kollege, dem „wir Vertrauen entgegenbringen“ und dem „wir das Amt zutrauen können“. Ein kleiner Stehempfang in der Kirche rundete die privaten Charakter tragende Feierlichkeit ab.

 

   
Der Erste lauscht der Predigt des Zweiten Dekan und stellvertretender Dekan beim Foto-Shooting
   
Andächtiges Pfarrkapitel im Chorgestühl Ehefrau Astrid Wilde (r.) beim Stehempfang, serviert von Frau Eck-Schüler; zwischen ihnen: Pfrin. Dr. Tais Strelow und Landessynodalin Renate Käser